Mittwoch, 17. September 2008

Von Possuminati und anderen Begebenheiten

Jaja wie schnell die Zeit vergeht. Der letzte Blogeintrag ist schon lang genug her um wieder etwas neues zu berichten.

Womit fange ich nur an?
chronologisch. sinnlos. Lieber so wies mir einfaellt :)

der ultimative Wochenrueckblick.
Am Montag hatten wir also unseren offiziellen Antritt an der Uni. Zunaechst haben wir eine freundliche Dame (Mrs. Rose)
getroffen, die mit uns den ganzen Buerokratiekram durchgegangen ist und uns sozusagen unsere Rechte erklaert hat.
Viel gibts da nicht zu erklaeren, da wir an dieser Uni nicht Status eines Studenten sondern vielmehr den eines besuchenden Arbeiters oder
arbeitenden Besuchers (Gedankensprung 1: gibts da wirklich nen Unterschied? Sind wir nicht vielmehr versuchende Besuchende auf der Suche nach
Arbeit und Versuchung? Suchen wir noch oder versuchen wir schon? Habe ich einen Knoten im Hirn und meine Finger uebernehmen das Schreiben oder
bilde ich mir die philosophische Auseinandersetzung zu den Grenzen des Suchens und Versuchens nur ein?).
Ah mein Handy klingelt. Endlich befreit mich jemand von dem Gedankenwirrwarr.
Anschlieszend haben wir unseren Professor Saman Halgamuge das erste Mal getroffen und ihn beide gleich als sehr sympatisch empfunden.
Er hat uns dann in den Besprechungsraum eingeladen und dazu befragt was wir denn fuer ein Projekt machen wollen. Eher was theoretisch-mathematisches.
Aha. Er hatte schon einige Vorschlaege vorbereitet und uns gleich zu Beginn erklaert, dass wir uns auch gerne noch etwas neues einfallen lassen
koennen. Na das klingt doch schonmal gut! Auch wenn wir dann nicht ueber den Themensteller spaeter laestern koennen sondern wissen
dass wir alleine fuer alles verantwortlich sind. Saman (wir duerfen ihn dutzen, auch wenn das im Englischen nicht so bemerkenswert ist *g*)
hat uns dann noch einiges an der Uni gezeigt und unsere Kollegen vorgestellt. Viele indisch-pakistanische Namen und dazugehoerige Person folgten, die
alle einen sehr netten Eindruck gemacht haben. Unser Buero hat er uns dann auch gezeigt und uns nach dem ersten Niesen, das gefolgt von einer allergischen Staubreaktion war, erklaert, dass das nochmal sauber gemacht werden wird bevor wir dort arbeiten. Puh nochmal Glueck gehabt.
Nachdem wir uns am Melbourner Wohnungsmarkt umgesehen hatten, hatten wir auch vorgehabt nur noch saubere Raeume zu betreten.
Was macht man denn nun als erstes, wenn man an seinem Arbeitsplatz alleine gelassen wird? Klar. E-Mails checken.
Saman hat sich von da an sehr gut um uns gekuemmert und auch immer wieder nachgehakt wie weit wir denn mit der Wohnungssuche sind.

das Superappartment.
Am Donnerstag dann endlich konnten wir ihm die freudige Nachricht uebermitteln, dass wir eine Bleibe bis zum 1.2. haben!
Dem aufmerksamen Blogleser duerfte unsere Wohnentscheidung an dieser Stelle klar geworden sein: natuerlich das Superappartment.
Nachdem wir naemlich endlich festgestellt hatten, dass man sehr wohl in Australien billig einkaufen kann, haben wir uns entschieden mehr Geld
in hygienebewusstes Wohnen zu investieren.
Wir haben den Mietvertrag fuer die Wohnung zwar am Montag (15.9.) unterschrieben, koennen aber leider erst am darauffolgenden Freitag (inzwischen morgen) dort einziehen.
Da diese Uebergangszeit doch recht lange ist und vor allem laenger war als von uns und den Vormietern gedacht, haben uns diese kurzerhand in deren neue Wohnung eingeladen, in der wir uns ein Matratzenlager in einem Zimmer errichtet haben. Das ist wirklich supernett von den beiden Maedels, da wir uns dadurch das Geld fuer die Uebernachtung in der Jugendherberge sparen und das Geld in die Wohnungsgrundausstattung investieren konnten. Diese haben wir vorgestern im IKEA gekauft :)

Einkaufen in Melbourne.
Wie kommt es also, dass man in Melbourne guenstig einkaufen kann? Ein Geheimtipp sind jeweils die Hausmarken von unseren beiden
Lieblingsbilligsupermaerkten Coles und Safeway(Supermarktkette, die zu Woolworth[:Wollwoerd] gehoert).
Diese Produkte haben nebst nicht uebermaeszig tollen Geschmack einen viel besseren Preis als ihre Markenkonkurenten zu bieten.
Hier in Australien erscheint der Preisunterschied zwischen Marken- und Nichtmarkenprodukten etwas groeszer als in Deutschland, aber als ALDI-Einkaeufer bzw Student ist das kein Problem.



Aldi.
Yeah das gibts hier auch!


Victoria Market.
Da es bei Obst und Gemuese verstaendlicher Weise keine Hausmarken gibt, waren wir schon fruehzeitig auf der Suche nach einer Loesung.
Das wir diese aber gerade unserer Nase zu verdanken haben, wuerde hoechsten Grenouille (ich gruesze hiermit alle, die das auch im Deutschunterricht lesen mussten und meine Deutschlehrerin) klar sein. Da standen wir an der Bushaltestelle und waren in Entdeckungslaune. Da an der Ecke roch es so
wunderbar widerlich nach Fisch, dass wir einfach nachgucken mussten. Nebst allerlei "frischen" Fisch(die Persoenlichkeit einiger Fische war wohl zu spaeter Stunde schon recht ausgereift) gab es dort unglaublich viel frisches Obst und Gemuese und Fleisch und Eier und die altbekannten Ramschstaende. Wir hatten einen Wochenmarkt gefunden, der an fuenf Tagen die Woche geoeffnet war und von den meisten Melbournern dem Supermarkt vorgezogen wurde und BILLIGER war als jeder Supermarkt.

Sueszigkeiten.
Als Naschkatze in Deutschland bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend oft debil-laechelnd mit schokoladenverschmierten Mund vollkommen befriedigt vom letzten Geschmacksorgasmus (Oje, was schreibe ich da nur?) gesichtet worden.
Als Naschkatze in Australien bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend ueberzuckert-frustriert mit leerem Geldbeutel und minzverschmierten Mund vollkommen unbefriedigt gesichtet wurden.
Irgendwie habe ich auszer dem gutem italienischen Tiramisu noch nichts gefunden fuer das ich meine Figur gerne versauen wuerde.
Wer mit mir einen Streifzug durch die Naschregale des Safeway wagen will, dem soll dies als ein kleiner Vorgeschmack dienen (siehe Bild).
Milka luflee(nix Strich auf dem e, geht bei der Tastatur nicht) ist wirklich etwas tolles. aber wieso verdammt nochmal muss man die lecker.schokoladen.blasen innendrinne durch minzkrams ersetzen?
Guenni war tatsaechlich so mutig und hat sich eine Packung geholt. Wagemutig habe ich mir ein Stueck davon genommen und war vollkommen baff:
das eklichste Zeug, die perverseste Kreation seit es fritierte Marsriegel gibt, die Verstuemmelung einer gelungenen Schokoladenkomposition,
der Schandfleck der britischen Essenskultur, der Riegel schmeckte.

die Kuchen.
Wer haette gedacht, dass die Australier wahre Meister im Kuchenbacken sind und es wissen Torten so appetitlich zu gestalten, dass man trotz des
fragwuerdigen Preises und Kaloriengehaltes sich doch arg zusammenreissen muss, der Versuchung zu widerstehen? Die Torten- und Kuchenkreationen hier
erinnern mich an die Meisterwerke, die mich schon in Frankreich fasziniert hatten! Kleine kunstvolldekorierte Torte mit extraviel Schokolade und
Fruechten und Gitternetz und Kakao drueber...WOW

die Donuts.
Irgendwann musste es passieren. Man kann schlieszlich nicht von Fastfood umgeben sein und an zig Donutbuden vorbeilaufen ohne
nicht doch einmal einen Sechserpack zu holen. (so wahr ich hier schreibe, ich werde mir auch noch einmal einen Zwoelferpack kaufen)
Donuts, was sind das? Ein amerikanisches Kulturgut mit Loch in der Mitte? Vielleicht.
Fuer mich ein luftiges Gebaeck mit wahnsinnig leckerer kakaohaltiger Fettglasur. Zumindest wenn man denn einmal die Marke des Vertrauens gefunden hat,
denn Auswahl gibt es hier in Melbourne genug!
die jury hat gesprochen. und der sieger ist........krispy creme donuts. nicht fettig, schoen fluffig und die schokoladenglasur ist nicht zu dick
und zu suesz. Schade, dass es die bei uns nicht gibt. Wobei. Hmmmmmmm....

Uebergewicht.
Nach dem Erzaehlen uebers Essen musste das ja kommen. Die Australier haben nun den zweifelhaften Rekord inne, die fetteste Nation zu sein.
Bei einem Blick in die Straszenszenerie, die von Burgern, Donuts, Pizza und Kebab gepraegt ist, recht logisch.
Dennoch sehen wir das inzwischen etwas differenzierter.
Ja es gibt Menschen, die fern ab von Gut und Boese ihr kalorienhaltiges Leben in Australien fuehren. Aaaber es gibt auch noch
die Strohhalme, die komischerweise auch in der naehe von Fastfoodlaeden anzutreffen sind (vllt riechen die sich ja satt?)
Wie also an diesem Bild zu erkennen ist, ist die australische Bevoelkerung recht gemixt.


die australische Bevoelkerung.
Oje jetzt wirds schwammig. Keine Ahnung wer hier wirklich in Australien gebohren wurde oder nur hierher gekommen ist, um ein neues Leben anzufangen.
Hier tummeln sich viele Nationen und haben keinerlei Probleme mit dem Multikultilebeng oft in der zweitgroeszten Stadt Australiens.
Quandidativ stechen hier besonders die asiatischen Bevoelkerungsgruppen hervor. Vor allem an der Uni und auch in unserer neuen Superwohnung
sind sie zahlenmaeszig oft den anderen Nationen ueberlegen.

das Modebewusstsein der Melbourner.
Die Menschen hier geben sich definitv viel Muehe mit der Mode, viele Frauen koennten gerade dem neusten Modekatalog entsprungen sein.
Sobald es waermer wird, ziehts die Melbourner nicht nur raus aus ihren Behausungen sonder auch aus.
Am ersten windigen Sonnentag (24 Grad und herrlicher Sonnenschein) waren Frauen aller Gewichtsgruppen in superkurzen luftigen Kleidern unterwegs.
Dank des Windes wurde auch das Verhaeltnis manch einer Frau zur Unterbekleidung entlarvt. Ob die meisten davon ein gestoertes Verhaeltnis zur Unterwaesche haben oder sich ihrer schottischen Wurzeln entsinnen, bleibt ungeklaert. Nachforschungen werden ganz sicher nicht folgen.
Ich bin gespannt was die Melbourner tragen, wenn es wirklich warm wird *g*

Streifzuege durch das australische Fernsehprogramm.
Der australische Fernsehtag beginnt mit der taeglichen Botoxspritze der Moderatoren im Fruehstuecksfernsehen und einer anschlieszenden Reise durch
die schoensten Zahnverblendungen Australiens. Dank des netten australischen Englischs der meisten Moderatoren blieben uns Einzelheiten der Berichtserstattung erspart,
aber die Gestik (Mimik nicht immer vorhanden) spricht fuer sich.
Dass die Werbung etwas anders als in Deutschland (knalliger, bunter, fastfoodhaltiger) ist, ist sicher keine ueberraschung

die Suche nach dem Vokabeln.
Oh man diese verrueckten Aussis. Wieso sprechen die auch immer so? Und dann auch noch schnell. Und wenn man nachfragt, antworten sie genauso schnell nochmal.
Aber die eigene Suche nach Vokabeln begleitet uns schon ne ganze Weile.
Deswegen weisz ich Guennis Verfuegbarkeit in Vokabelfragen auch sehr zu schaetzen; wie gut dass dabei das Gegenueber nicht mitkriegt, was ich staendig fuer nen ******* frage :D
Allerdings muessen wir son bisschen aufpassen wann wir deutsch sprechen koennen und wann nicht.
Denn Saman hat zum Beispiel 10 Jahre in Deutschland gelebt und spricht verdammt gut deutsch. Also muss ich mir fuers Fluchen noch eine neue Sprache suchen. Mit viel Glueck komme ich also zurueck nach Deutschland und habe mein franzoesisches Fluchvokabular verbessert. Ein Vorteil am franzoesischen ist auch, dass selbst die groeszte Beleidigung wie ein inniger Liebesbrief klingt.
Bei vielen Begriffen gibt es sehr seltsame Uebersetzungen.
Man kennt inzwischen die Wort-fuer-Wort-Uebersetzungen von google und co.
Ich habe mir immer vorgestellt wie ich im Ausland fuer die Verwendung dieser Uebersetzungen ausgelacht, verspottet oder wahlweise gesteinigt werde.
Das erstaunlich ist nunmehr, dass man manchmal damit durchkommt.
Die fruehlichgsrolle ist auch hier eine fruehlingsrolle (=spring roll).
Sleepingbag ist *ueberraschung* der Schlafsack.
Nur mit "my hair stands to the mountain" koennen die Aussis nix anfangen.
Vielleicht werden wir uns aber ihrer annehmen und ein paar solcher Redewendungen hier etablieren...
Und ueberhaupt kommt man sich mit dem Schulenglisch manchmal wie ein Dorftrotel vor.
In der Schule wurde uns beigebracht ueber die EU und die Integrationsprobleme der Oststaaten zu reden, ueber die schwierige Zeit der Pubertaet zu diskutieren und alle Drogen im englischsprachigen Raum zu benennen.
Seltsamer weise sind dies aber nicht die bevorzugten Themen der Australier im Alltag, dort geht es vornehmlich um smalltalk.
Unser erstes Smalltalk-Fettnaepfchen lag unueberwindbar am Boden des Kassenbereichs im Supermarkt. Mit der Motivation schnell zu bezahlen um in der Jugendherberge weiter Tischtennis spielen zu koennen, haben wir den Kassenbereich betreten.
Und da lauerte es auf uns. Der Kassierer fragte tatsaechlich zu Beginn "How are you?".
Aber was sagt man darauf? Sollte ich ihm Einblick in die Tiefe meiner Gefuehlswelt gewehren, ihm ein verschuechtertes Laecheln entgegnen, mit Ignoranz strafen oder leise kichern?
Zahl ichs im gar mit einer Gegenfrage heim?
Vllt ist dieses "Wie gehts" eine rhetorische Frage und jegliche Reaktiondarauf unerwuenscht ja gar verpoehnt? Vllt denken ueber solche Sachen auch nur Auslaender nach.
Fuer mich hatte diese Situation einiges an Verwirrtheit mitgebracht. Ich habe irgendwas deutsches gemurmelt und schnell mein geld herausgekramt und den Laden so schnell wie moeglich verlassen. Fuer eine clevere Vorgehensweise fuer die Zukunft waere ich dankbar.

Kontakt zu einheimischen Tieren.
video
Der Hausmeister hatte sich bei unserem Rundgang sehr veraergert gegenueber solchen Tierchen gezeigt, die hier auf dem Campus, man verzeihe mir den Ausdruck, alles zukacken.
Es wurde schon oefter versucht das eine oder andere Possum vom Unigelaende zu entfernen und es weiter auszerhalb auszusetzen. Aber die niedlichen Tierchen fanden immer wieder den Weg zurueck. Auf dem Heimweg am selben Tag liefen uns dann zwei beim "University square" ueber den Weg. Wirklich niedlich diese kleinen Tierchen :)
Bereits am naechsten Abend stand uns eine Begegnung anderer Art bevor.
Ich wollte mir zu spaeter Stunde im Buero noch einen Tee holen und musste beim Eintritt in die Kueche aeuszerst weiblich quiecken und laut nach Guenns Hilfe schreien. Ich erblickte am Fenster ein Possum und war echt erschrocken was es in der Kueche zu suchen hatte.
Das Possum war mindestens genauso erschrocken und verkruemmelte sich schnell.
Sei Besuch blieb jedoch nicht ohne Folgen, hatte das niedliche Tierchen die Kueche doch als Ablagestelle fuer gewisse gelblich stinkende Fluessigkeiten genutzt. Waer haette gedacht, dass ein so niedliches Tierchen so fies urinieren kann? War echt ne tolle Arbeit das alles wieder wegzumachen...
Egal ob nun pissend oder durch den Uniplatz laufend, ich finde Possuminati(Possumse oder Possums klingt doof, Possuminati jedoch verschwoererisch (Ich gruesze auf diesem Wege Aiman Abdallah und stehe fuer ein Interview bereit)) dennoch suesz :)




Julia und die Tischtennisgangs.
Eine Herausforderung nach der naechsten erwartete mich an der Tischtennisplatte unserer Jugendherberge.
Besonders in Erinnerung sind mir dabei die netten Englaender geblieben, die sich, so woertlich,
fuer den 2.Weltkrieg rechen wollten. oh man. Als ich dann auf das Thema Europameisterschaft im Fuszball zu sprechen kam, fanden sie das nicht mehr so lustig.
Ansonsten haben wir Leute vieler Nationen an der Tischtennisplatte getroffen und sehr viel Spasz gehabt. Deswegen freue ich mich auch bald schon das neue Appartment beziehen zu koennen, denn dort gibt es wieder eine Tischtennisplatte im Keller!

Aussis und der Sport.
Australier lieber Wrestling. Die Gedanken sind frei, ich verkneifs mir irgendeine Meinung.
Cricket. Oehm also es sieht schon laecherlich aus wenn viele gut gebaute starke Maenner so nen seltsamen Sport machen (aber wer weisz was Maenner ueber fuszballspielende Frauen denken).
Ich hoffe mich bald in das Unisportleben integrieren zu koennen, da unser Appartment sehr nah an der Uni liegt, werde ich mich naechste Woche um die Einschreibung in Kurse bemuehen.

das Wetter.
In den letzten beiden Wochen hatten wir in Melbourne durchschnittlich 15 Grad, davon einen Tag mit 24 Grad und ansonsten auch einige wirklich kuehle Tage. Die Temperaturen sind hier ganz in Ordnung (wenn man denn genug Pullover dabeihat *mist*) wenn da nicht immer dieser Wind waere! Andy hat uns zu Beginn eine Weisheit ueber das Wetter hier mitgegeben, die ich an dieser Stelle loswerden moechte:
"Wenn du das Wetter in Melbourne nicht magst, dann warte 15 Minuten"

das Melbourner Metcardsystem.
Wenn man hier ein Ticket fuer Zone 1 erwirbt, dann kann man innerhalb der ersten Zone (die riesengrosz ist und die wir auch noch nicht durchbrochen haben) mit Zug, Bahn oder Straszenbahn fahren. Eine Super Sache! Auszerdem fahren alle paar Minuten Straszenbahnen. Selbst wenn man eine verpasst, muss man also nur wenige Minuten warten. Schade, dass es sowas nicht in Magdeburg gibt :(

Sontiges.
Zigeretten sind hier wirklich unheimlich teuer (8 Euro fuer eine Packung), deswegen rauchen nur wenige Australier. Das Rauchen ist auszerdem nicht in Kneipen oder Bars gestattet.

Am billigsten wird der Einkauf, wenn man statt der 1l-Milchpackung zum unhandlichen Dreiliterkanister greift, Zucker im Zweikilobeutel und Reis im Zehnkilosack kauft. Ich habe selten so viele Groszpackungen von Lebensmitteln in einem normalen Supermarkt gesehen!

Vegemite. sieht aus wie Nutella. So bin ich ja auch ueberhaupt erst dazu gekommen. Schmeckt aber wie Gemuesebruehe, Possumscheisse und noch irgendwas unbestimmbar Ekliges. Ich hab mir da ne kleine ecke aufs Toastbrot gemacht, aber das hat schon gereicht! Igiit, niiiieee wieder!

Die Milch schmeckt hier sehr viel besser und heiszes Wasser ist ausm Heiszwasserboiler immer verfuegbar.

In den meisten Touristenbroschueren wird die kulinarische Vielfalt von Melbourne gelobt. Bisher habe ich das Essen in Melbourne jedoch nicht gerade gelobt, jedoch muss ich ehrlich gestehen, dass es hier eine riesen Auswahl gibt! Jede hier ansaessige Kultur (und das sind sehr viele) bietet die landestypischen Spezialitaeten an! Gerade vom Sushi hier bin ich sehr angetan, sehr preiswert und suuuper lecker!

In Melbourne ist was sehr viel los, viele junge Leute tummeln sich abends und am Wochenende in den Straszen. Viele Szenecafes und Restaurants laden zum Verweilen ein und werden von uns den einen oder anderen Besuch zu erwarten haben. Naechste Wochen werden wir mit einigen Kollegen aus dem Buero einen trinken gehen, darauf freue ich mich schon!

Soo dann wars das schon von mir. Keine Kaenguruhs, keine Koalas und keine giftigen Spinnen. Noch nicht *g*

Julia

PS: Die vermehrte Verwendung von Bild- und Videomaterial ist als ein Entgegenkommen meinerseits auf die Kritik der Leser zu sehen. Sollte mehr oder weniger davon gewuenscht werden, so erbitte ich eine Mitteilung.

5 Kommentare:

torsten hat gesagt…

Hey Julia,
schön dass es euch gut geht. schöne grüße auch an günn.

Beim Lesen deines Textes bin ich gleich etwas stutzig geworden... Opossums in Australien???
Echte Opossums (englisch: opossum) gibts nur auf dem amerikanischen Kontinent.

Das was da bei euch rumläuft, heisst auf deutsch "Fuchskusu" und ist eine ganz andere Tierart. Sieht auch etwas anders aus, wird aber dummerweise im englischen "possum" genannt, daher wohl auch die Verwechslungsgefahr.

Also nochmal ganz kurz: bei euch "possum", in Amerika "opossum"... klingt gleich, isses aber nicht ;-)

lg, Torsten

Kegel hat gesagt…

Hej :)

Nette Erlebnissse schön geschildert.

Auf die Frage: How are you?
Einfach mit: Fine. | Good. | Alright. | Life's rolling.. etc. und der entsprechenden Gegenfrage antworten. Darauf wird keine wirklich tiefgreifende Antwort erwartet. Dies ist 'occasional friendliness', gleich geht's in den USA zu.

Für mich wichtige Frage: Habt ihr es mittlerweile geschafft, meinen Kumpel Sanjay zu kontaktieren?
Er ist definitiv der Ansprechpartner für die Stadt.

So long
Stef

Julia hat gesagt…

Hey Torsten,

mensch wenn wir dich nicht haetten! Wir haetten ehrlich gedacht, dass wir echten Opossumurin aufgewischt haben! Die Leute hier sprechen das eben irgendwie komisch aus, aber du hast recht: es handelt sich dabei um Possuminati :D
Vielen lieben Dank, ich habs auch gleich im Block geaendert :)

Liebe Gruesze,
Julia (und auch Guenni)

Mama hat gesagt…

Hab ich gelacht, mein ganzer Bauch war eine Falte... :)

Langsam überlege ich mir, ob Informatik / Mathematik das richtige für dich ist. Germanistik / Literatur ware es gewesen: Später hättest Du mit "nicht ganz ernsten" Reiseführern wahrscheinlich das große Geld machen können.( Dafür muß eine alte Frau (Informatikerin) lange programmieren)
Humoristischer Reiseführer von Julia Preusse - besser als Marco Polo
(wer war das gleich nochmal?)

Aber Biologie und Geografie im Nebenfach- müßte schon sein wegen der richtigen Bezeichnung von Possum, Latrodectus tredecimguttatus und Macropodidae.
Dann wüsstest du auch, als Possums werden eine Reihe von Beutelsäugern aus dem australasiatischen Raum bezeichnet. Der vorwiegend im Englischen verwendete Begriff taucht manchmal auch im Deutschen auf. Possums sind nicht mit den Opossums zu verwechseln, einer in Amerika beheimateten Gruppe von Beutelratten.(P.S. siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Possum )

* an alle Biologie-Unkundigen:
Riesenkänguru (Macropus giganteus)
Schwarze Witwe (Latrodectus)

Herzliche Grüße von Zuhause! :*

Olli hat gesagt…

Hallo Julia,
aus Deinen Naherfahrungen mit Land und Leuten lese ich, so viel anders ist es am Ende der Welt also nicht. Jedensfalls nicht so viel anders, dass man nicht klar kommt. Die Welt ist halt auch nur ein Dorf. Ob nun Opossum oder nicht, egal, irgendwelche Viecher rennen immer rum und scheißen alles voll, in Dresden fliegen sie und heißen Möven, hä? Ja, ja, wirste von denen getroffen, ätzt es einem die Jacke vom Körper.
Na und dicke Mädels, die bauchfrei beim ersten Sonnenstrahl rumrennen müssen und einem die Netzhaut verkrümmen, muss wohl auch ein weltweiter Trend sein.
So, dann viel Spaß weiterhin, die Reisepläne für nächstes Jahr nehmen schon klarere Formen an, Ende Januar ist auch noch eine Freundin von mir in Melbourne, paßt also alles, werde dich rechtzeitg über alles unterrichten.
Achso, Engländer wollen sich immer für das vor über 60 Jahren revanchieren, naja wenn ihnen nichts besseres einfällt bei Leuten die grad mal ein wenig über 20 sind, dann ist es halt so. Der Konter mit dem Fußball sitzt immer.

In diesem Sinne

Olli