Mittwoch, 17. September 2008

Von Possuminati und anderen Begebenheiten

Jaja wie schnell die Zeit vergeht. Der letzte Blogeintrag ist schon lang genug her um wieder etwas neues zu berichten.

Womit fange ich nur an?
chronologisch. sinnlos. Lieber so wies mir einfaellt :)

der ultimative Wochenrueckblick.
Am Montag hatten wir also unseren offiziellen Antritt an der Uni. Zunaechst haben wir eine freundliche Dame (Mrs. Rose)
getroffen, die mit uns den ganzen Buerokratiekram durchgegangen ist und uns sozusagen unsere Rechte erklaert hat.
Viel gibts da nicht zu erklaeren, da wir an dieser Uni nicht Status eines Studenten sondern vielmehr den eines besuchenden Arbeiters oder
arbeitenden Besuchers (Gedankensprung 1: gibts da wirklich nen Unterschied? Sind wir nicht vielmehr versuchende Besuchende auf der Suche nach
Arbeit und Versuchung? Suchen wir noch oder versuchen wir schon? Habe ich einen Knoten im Hirn und meine Finger uebernehmen das Schreiben oder
bilde ich mir die philosophische Auseinandersetzung zu den Grenzen des Suchens und Versuchens nur ein?).
Ah mein Handy klingelt. Endlich befreit mich jemand von dem Gedankenwirrwarr.
Anschlieszend haben wir unseren Professor Saman Halgamuge das erste Mal getroffen und ihn beide gleich als sehr sympatisch empfunden.
Er hat uns dann in den Besprechungsraum eingeladen und dazu befragt was wir denn fuer ein Projekt machen wollen. Eher was theoretisch-mathematisches.
Aha. Er hatte schon einige Vorschlaege vorbereitet und uns gleich zu Beginn erklaert, dass wir uns auch gerne noch etwas neues einfallen lassen
koennen. Na das klingt doch schonmal gut! Auch wenn wir dann nicht ueber den Themensteller spaeter laestern koennen sondern wissen
dass wir alleine fuer alles verantwortlich sind. Saman (wir duerfen ihn dutzen, auch wenn das im Englischen nicht so bemerkenswert ist *g*)
hat uns dann noch einiges an der Uni gezeigt und unsere Kollegen vorgestellt. Viele indisch-pakistanische Namen und dazugehoerige Person folgten, die
alle einen sehr netten Eindruck gemacht haben. Unser Buero hat er uns dann auch gezeigt und uns nach dem ersten Niesen, das gefolgt von einer allergischen Staubreaktion war, erklaert, dass das nochmal sauber gemacht werden wird bevor wir dort arbeiten. Puh nochmal Glueck gehabt.
Nachdem wir uns am Melbourner Wohnungsmarkt umgesehen hatten, hatten wir auch vorgehabt nur noch saubere Raeume zu betreten.
Was macht man denn nun als erstes, wenn man an seinem Arbeitsplatz alleine gelassen wird? Klar. E-Mails checken.
Saman hat sich von da an sehr gut um uns gekuemmert und auch immer wieder nachgehakt wie weit wir denn mit der Wohnungssuche sind.

das Superappartment.
Am Donnerstag dann endlich konnten wir ihm die freudige Nachricht uebermitteln, dass wir eine Bleibe bis zum 1.2. haben!
Dem aufmerksamen Blogleser duerfte unsere Wohnentscheidung an dieser Stelle klar geworden sein: natuerlich das Superappartment.
Nachdem wir naemlich endlich festgestellt hatten, dass man sehr wohl in Australien billig einkaufen kann, haben wir uns entschieden mehr Geld
in hygienebewusstes Wohnen zu investieren.
Wir haben den Mietvertrag fuer die Wohnung zwar am Montag (15.9.) unterschrieben, koennen aber leider erst am darauffolgenden Freitag (inzwischen morgen) dort einziehen.
Da diese Uebergangszeit doch recht lange ist und vor allem laenger war als von uns und den Vormietern gedacht, haben uns diese kurzerhand in deren neue Wohnung eingeladen, in der wir uns ein Matratzenlager in einem Zimmer errichtet haben. Das ist wirklich supernett von den beiden Maedels, da wir uns dadurch das Geld fuer die Uebernachtung in der Jugendherberge sparen und das Geld in die Wohnungsgrundausstattung investieren konnten. Diese haben wir vorgestern im IKEA gekauft :)

Einkaufen in Melbourne.
Wie kommt es also, dass man in Melbourne guenstig einkaufen kann? Ein Geheimtipp sind jeweils die Hausmarken von unseren beiden
Lieblingsbilligsupermaerkten Coles und Safeway(Supermarktkette, die zu Woolworth[:Wollwoerd] gehoert).
Diese Produkte haben nebst nicht uebermaeszig tollen Geschmack einen viel besseren Preis als ihre Markenkonkurenten zu bieten.
Hier in Australien erscheint der Preisunterschied zwischen Marken- und Nichtmarkenprodukten etwas groeszer als in Deutschland, aber als ALDI-Einkaeufer bzw Student ist das kein Problem.



Aldi.
Yeah das gibts hier auch!


Victoria Market.
Da es bei Obst und Gemuese verstaendlicher Weise keine Hausmarken gibt, waren wir schon fruehzeitig auf der Suche nach einer Loesung.
Das wir diese aber gerade unserer Nase zu verdanken haben, wuerde hoechsten Grenouille (ich gruesze hiermit alle, die das auch im Deutschunterricht lesen mussten und meine Deutschlehrerin) klar sein. Da standen wir an der Bushaltestelle und waren in Entdeckungslaune. Da an der Ecke roch es so
wunderbar widerlich nach Fisch, dass wir einfach nachgucken mussten. Nebst allerlei "frischen" Fisch(die Persoenlichkeit einiger Fische war wohl zu spaeter Stunde schon recht ausgereift) gab es dort unglaublich viel frisches Obst und Gemuese und Fleisch und Eier und die altbekannten Ramschstaende. Wir hatten einen Wochenmarkt gefunden, der an fuenf Tagen die Woche geoeffnet war und von den meisten Melbournern dem Supermarkt vorgezogen wurde und BILLIGER war als jeder Supermarkt.

Sueszigkeiten.
Als Naschkatze in Deutschland bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend oft debil-laechelnd mit schokoladenverschmierten Mund vollkommen befriedigt vom letzten Geschmacksorgasmus (Oje, was schreibe ich da nur?) gesichtet worden.
Als Naschkatze in Australien bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend ueberzuckert-frustriert mit leerem Geldbeutel und minzverschmierten Mund vollkommen unbefriedigt gesichtet wurden.
Irgendwie habe ich auszer dem gutem italienischen Tiramisu noch nichts gefunden fuer das ich meine Figur gerne versauen wuerde.
Wer mit mir einen Streifzug durch die Naschregale des Safeway wagen will, dem soll dies als ein kleiner Vorgeschmack dienen (siehe Bild).
Milka luflee(nix Strich auf dem e, geht bei der Tastatur nicht) ist wirklich etwas tolles. aber wieso verdammt nochmal muss man die lecker.schokoladen.blasen innendrinne durch minzkrams ersetzen?
Guenni war tatsaechlich so mutig und hat sich eine Packung geholt. Wagemutig habe ich mir ein Stueck davon genommen und war vollkommen baff:
das eklichste Zeug, die perverseste Kreation seit es fritierte Marsriegel gibt, die Verstuemmelung einer gelungenen Schokoladenkomposition,
der Schandfleck der britischen Essenskultur, der Riegel schmeckte.

die Kuchen.
Wer haette gedacht, dass die Australier wahre Meister im Kuchenbacken sind und es wissen Torten so appetitlich zu gestalten, dass man trotz des
fragwuerdigen Preises und Kaloriengehaltes sich doch arg zusammenreissen muss, der Versuchung zu widerstehen? Die Torten- und Kuchenkreationen hier
erinnern mich an die Meisterwerke, die mich schon in Frankreich fasziniert hatten! Kleine kunstvolldekorierte Torte mit extraviel Schokolade und
Fruechten und Gitternetz und Kakao drueber...WOW

die Donuts.
Irgendwann musste es passieren. Man kann schlieszlich nicht von Fastfood umgeben sein und an zig Donutbuden vorbeilaufen ohne
nicht doch einmal einen Sechserpack zu holen. (so wahr ich hier schreibe, ich werde mir auch noch einmal einen Zwoelferpack kaufen)
Donuts, was sind das? Ein amerikanisches Kulturgut mit Loch in der Mitte? Vielleicht.
Fuer mich ein luftiges Gebaeck mit wahnsinnig leckerer kakaohaltiger Fettglasur. Zumindest wenn man denn einmal die Marke des Vertrauens gefunden hat,
denn Auswahl gibt es hier in Melbourne genug!
die jury hat gesprochen. und der sieger ist........krispy creme donuts. nicht fettig, schoen fluffig und die schokoladenglasur ist nicht zu dick
und zu suesz. Schade, dass es die bei uns nicht gibt. Wobei. Hmmmmmmm....

Uebergewicht.
Nach dem Erzaehlen uebers Essen musste das ja kommen. Die Australier haben nun den zweifelhaften Rekord inne, die fetteste Nation zu sein.
Bei einem Blick in die Straszenszenerie, die von Burgern, Donuts, Pizza und Kebab gepraegt ist, recht logisch.
Dennoch sehen wir das inzwischen etwas differenzierter.
Ja es gibt Menschen, die fern ab von Gut und Boese ihr kalorienhaltiges Leben in Australien fuehren. Aaaber es gibt auch noch
die Strohhalme, die komischerweise auch in der naehe von Fastfoodlaeden anzutreffen sind (vllt riechen die sich ja satt?)
Wie also an diesem Bild zu erkennen ist, ist die australische Bevoelkerung recht gemixt.


die australische Bevoelkerung.
Oje jetzt wirds schwammig. Keine Ahnung wer hier wirklich in Australien gebohren wurde oder nur hierher gekommen ist, um ein neues Leben anzufangen.
Hier tummeln sich viele Nationen und haben keinerlei Probleme mit dem Multikultilebeng oft in der zweitgroeszten Stadt Australiens.
Quandidativ stechen hier besonders die asiatischen Bevoelkerungsgruppen hervor. Vor allem an der Uni und auch in unserer neuen Superwohnung
sind sie zahlenmaeszig oft den anderen Nationen ueberlegen.

das Modebewusstsein der Melbourner.
Die Menschen hier geben sich definitv viel Muehe mit der Mode, viele Frauen koennten gerade dem neusten Modekatalog entsprungen sein.
Sobald es waermer wird, ziehts die Melbourner nicht nur raus aus ihren Behausungen sonder auch aus.
Am ersten windigen Sonnentag (24 Grad und herrlicher Sonnenschein) waren Frauen aller Gewichtsgruppen in superkurzen luftigen Kleidern unterwegs.
Dank des Windes wurde auch das Verhaeltnis manch einer Frau zur Unterbekleidung entlarvt. Ob die meisten davon ein gestoertes Verhaeltnis zur Unterwaesche haben oder sich ihrer schottischen Wurzeln entsinnen, bleibt ungeklaert. Nachforschungen werden ganz sicher nicht folgen.
Ich bin gespannt was die Melbourner tragen, wenn es wirklich warm wird *g*

Streifzuege durch das australische Fernsehprogramm.
Der australische Fernsehtag beginnt mit der taeglichen Botoxspritze der Moderatoren im Fruehstuecksfernsehen und einer anschlieszenden Reise durch
die schoensten Zahnverblendungen Australiens. Dank des netten australischen Englischs der meisten Moderatoren blieben uns Einzelheiten der Berichtserstattung erspart,
aber die Gestik (Mimik nicht immer vorhanden) spricht fuer sich.
Dass die Werbung etwas anders als in Deutschland (knalliger, bunter, fastfoodhaltiger) ist, ist sicher keine ueberraschung

die Suche nach dem Vokabeln.
Oh man diese verrueckten Aussis. Wieso sprechen die auch immer so? Und dann auch noch schnell. Und wenn man nachfragt, antworten sie genauso schnell nochmal.
Aber die eigene Suche nach Vokabeln begleitet uns schon ne ganze Weile.
Deswegen weisz ich Guennis Verfuegbarkeit in Vokabelfragen auch sehr zu schaetzen; wie gut dass dabei das Gegenueber nicht mitkriegt, was ich staendig fuer nen ******* frage :D
Allerdings muessen wir son bisschen aufpassen wann wir deutsch sprechen koennen und wann nicht.
Denn Saman hat zum Beispiel 10 Jahre in Deutschland gelebt und spricht verdammt gut deutsch. Also muss ich mir fuers Fluchen noch eine neue Sprache suchen. Mit viel Glueck komme ich also zurueck nach Deutschland und habe mein franzoesisches Fluchvokabular verbessert. Ein Vorteil am franzoesischen ist auch, dass selbst die groeszte Beleidigung wie ein inniger Liebesbrief klingt.
Bei vielen Begriffen gibt es sehr seltsame Uebersetzungen.
Man kennt inzwischen die Wort-fuer-Wort-Uebersetzungen von google und co.
Ich habe mir immer vorgestellt wie ich im Ausland fuer die Verwendung dieser Uebersetzungen ausgelacht, verspottet oder wahlweise gesteinigt werde.
Das erstaunlich ist nunmehr, dass man manchmal damit durchkommt.
Die fruehlichgsrolle ist auch hier eine fruehlingsrolle (=spring roll).
Sleepingbag ist *ueberraschung* der Schlafsack.
Nur mit "my hair stands to the mountain" koennen die Aussis nix anfangen.
Vielleicht werden wir uns aber ihrer annehmen und ein paar solcher Redewendungen hier etablieren...
Und ueberhaupt kommt man sich mit dem Schulenglisch manchmal wie ein Dorftrotel vor.
In der Schule wurde uns beigebracht ueber die EU und die Integrationsprobleme der Oststaaten zu reden, ueber die schwierige Zeit der Pubertaet zu diskutieren und alle Drogen im englischsprachigen Raum zu benennen.
Seltsamer weise sind dies aber nicht die bevorzugten Themen der Australier im Alltag, dort geht es vornehmlich um smalltalk.
Unser erstes Smalltalk-Fettnaepfchen lag unueberwindbar am Boden des Kassenbereichs im Supermarkt. Mit der Motivation schnell zu bezahlen um in der Jugendherberge weiter Tischtennis spielen zu koennen, haben wir den Kassenbereich betreten.
Und da lauerte es auf uns. Der Kassierer fragte tatsaechlich zu Beginn "How are you?".
Aber was sagt man darauf? Sollte ich ihm Einblick in die Tiefe meiner Gefuehlswelt gewehren, ihm ein verschuechtertes Laecheln entgegnen, mit Ignoranz strafen oder leise kichern?
Zahl ichs im gar mit einer Gegenfrage heim?
Vllt ist dieses "Wie gehts" eine rhetorische Frage und jegliche Reaktiondarauf unerwuenscht ja gar verpoehnt? Vllt denken ueber solche Sachen auch nur Auslaender nach.
Fuer mich hatte diese Situation einiges an Verwirrtheit mitgebracht. Ich habe irgendwas deutsches gemurmelt und schnell mein geld herausgekramt und den Laden so schnell wie moeglich verlassen. Fuer eine clevere Vorgehensweise fuer die Zukunft waere ich dankbar.

Kontakt zu einheimischen Tieren.

Der Hausmeister hatte sich bei unserem Rundgang sehr veraergert gegenueber solchen Tierchen gezeigt, die hier auf dem Campus, man verzeihe mir den Ausdruck, alles zukacken.
Es wurde schon oefter versucht das eine oder andere Possum vom Unigelaende zu entfernen und es weiter auszerhalb auszusetzen. Aber die niedlichen Tierchen fanden immer wieder den Weg zurueck. Auf dem Heimweg am selben Tag liefen uns dann zwei beim "University square" ueber den Weg. Wirklich niedlich diese kleinen Tierchen :)
Bereits am naechsten Abend stand uns eine Begegnung anderer Art bevor.
Ich wollte mir zu spaeter Stunde im Buero noch einen Tee holen und musste beim Eintritt in die Kueche aeuszerst weiblich quiecken und laut nach Guenns Hilfe schreien. Ich erblickte am Fenster ein Possum und war echt erschrocken was es in der Kueche zu suchen hatte.
Das Possum war mindestens genauso erschrocken und verkruemmelte sich schnell.
Sei Besuch blieb jedoch nicht ohne Folgen, hatte das niedliche Tierchen die Kueche doch als Ablagestelle fuer gewisse gelblich stinkende Fluessigkeiten genutzt. Waer haette gedacht, dass ein so niedliches Tierchen so fies urinieren kann? War echt ne tolle Arbeit das alles wieder wegzumachen...
Egal ob nun pissend oder durch den Uniplatz laufend, ich finde Possuminati(Possumse oder Possums klingt doof, Possuminati jedoch verschwoererisch (Ich gruesze auf diesem Wege Aiman Abdallah und stehe fuer ein Interview bereit)) dennoch suesz :)




Julia und die Tischtennisgangs.
Eine Herausforderung nach der naechsten erwartete mich an der Tischtennisplatte unserer Jugendherberge.
Besonders in Erinnerung sind mir dabei die netten Englaender geblieben, die sich, so woertlich,
fuer den 2.Weltkrieg rechen wollten. oh man. Als ich dann auf das Thema Europameisterschaft im Fuszball zu sprechen kam, fanden sie das nicht mehr so lustig.
Ansonsten haben wir Leute vieler Nationen an der Tischtennisplatte getroffen und sehr viel Spasz gehabt. Deswegen freue ich mich auch bald schon das neue Appartment beziehen zu koennen, denn dort gibt es wieder eine Tischtennisplatte im Keller!

Aussis und der Sport.
Australier lieber Wrestling. Die Gedanken sind frei, ich verkneifs mir irgendeine Meinung.
Cricket. Oehm also es sieht schon laecherlich aus wenn viele gut gebaute starke Maenner so nen seltsamen Sport machen (aber wer weisz was Maenner ueber fuszballspielende Frauen denken).
Ich hoffe mich bald in das Unisportleben integrieren zu koennen, da unser Appartment sehr nah an der Uni liegt, werde ich mich naechste Woche um die Einschreibung in Kurse bemuehen.

das Wetter.
In den letzten beiden Wochen hatten wir in Melbourne durchschnittlich 15 Grad, davon einen Tag mit 24 Grad und ansonsten auch einige wirklich kuehle Tage. Die Temperaturen sind hier ganz in Ordnung (wenn man denn genug Pullover dabeihat *mist*) wenn da nicht immer dieser Wind waere! Andy hat uns zu Beginn eine Weisheit ueber das Wetter hier mitgegeben, die ich an dieser Stelle loswerden moechte:
"Wenn du das Wetter in Melbourne nicht magst, dann warte 15 Minuten"

das Melbourner Metcardsystem.
Wenn man hier ein Ticket fuer Zone 1 erwirbt, dann kann man innerhalb der ersten Zone (die riesengrosz ist und die wir auch noch nicht durchbrochen haben) mit Zug, Bahn oder Straszenbahn fahren. Eine Super Sache! Auszerdem fahren alle paar Minuten Straszenbahnen. Selbst wenn man eine verpasst, muss man also nur wenige Minuten warten. Schade, dass es sowas nicht in Magdeburg gibt :(

Sontiges.
Zigeretten sind hier wirklich unheimlich teuer (8 Euro fuer eine Packung), deswegen rauchen nur wenige Australier. Das Rauchen ist auszerdem nicht in Kneipen oder Bars gestattet.

Am billigsten wird der Einkauf, wenn man statt der 1l-Milchpackung zum unhandlichen Dreiliterkanister greift, Zucker im Zweikilobeutel und Reis im Zehnkilosack kauft. Ich habe selten so viele Groszpackungen von Lebensmitteln in einem normalen Supermarkt gesehen!

Vegemite. sieht aus wie Nutella. So bin ich ja auch ueberhaupt erst dazu gekommen. Schmeckt aber wie Gemuesebruehe, Possumscheisse und noch irgendwas unbestimmbar Ekliges. Ich hab mir da ne kleine ecke aufs Toastbrot gemacht, aber das hat schon gereicht! Igiit, niiiieee wieder!

Die Milch schmeckt hier sehr viel besser und heiszes Wasser ist ausm Heiszwasserboiler immer verfuegbar.

In den meisten Touristenbroschueren wird die kulinarische Vielfalt von Melbourne gelobt. Bisher habe ich das Essen in Melbourne jedoch nicht gerade gelobt, jedoch muss ich ehrlich gestehen, dass es hier eine riesen Auswahl gibt! Jede hier ansaessige Kultur (und das sind sehr viele) bietet die landestypischen Spezialitaeten an! Gerade vom Sushi hier bin ich sehr angetan, sehr preiswert und suuuper lecker!

In Melbourne ist was sehr viel los, viele junge Leute tummeln sich abends und am Wochenende in den Straszen. Viele Szenecafes und Restaurants laden zum Verweilen ein und werden von uns den einen oder anderen Besuch zu erwarten haben. Naechste Wochen werden wir mit einigen Kollegen aus dem Buero einen trinken gehen, darauf freue ich mich schon!

Soo dann wars das schon von mir. Keine Kaenguruhs, keine Koalas und keine giftigen Spinnen. Noch nicht *g*

Julia

PS: Die vermehrte Verwendung von Bild- und Videomaterial ist als ein Entgegenkommen meinerseits auf die Kritik der Leser zu sehen. Sollte mehr oder weniger davon gewuenscht werden, so erbitte ich eine Mitteilung.

Freitag, 5. September 2008

After eight - die feine englische Art

Nachdem sich nunmehr schon einige verwundert wegen meiner Onlinezeiten zu Wort gemeldet haben, will ich diesen hiermit Erleuchtung verschaffen.
Die Zeitverschiebung betraegt momentan acht Stunden. Fuer alle Freunde schwer zu merkender Esselsbruecken und fuer all jene, die sich zu ihrer Schokoladenaffinitaet bekennen: einfach wie after eight. nach acht. Also hinkt Deutschland acht Stunden hinterher.
Melbourne ist also der Deutschland bezueglich der Zeit weit voraus.
Nur bezueglich der Zeit? Mein erster Eindruck von der Anwaerterstadt auf den Titel zur australischen Hauptstadt wurde vor allem von Ermuedungserscheinungen und viel zu vielen Menschen gemischt mit hektischem Straszentreiben bestimmt.
Nach ein paar Tagen kann ich schon ein anderes Fazit ziehen:

PRO Melbourne

Tokyo Hotel.
Hier kennt NOCH keiner Tokyo Hotel. Als wir von einigen gefragt wurden von wo genau wir denn aus Deutschland kommen, blickten wir bei der Antwort in ahnungslose Gesichter. In der Naehe von Berlin. "Ah Berlin, wonderful City". Wieso die australische Jugend also noch nicht den Kajalstift und die Elektrizitaetsschockfrisur fuer sich entdeckt hat, ist ein Raetsel. Weitere Nachforschungen werden folgen.

Gruen.
In Melbourne gibt es einige schoene Ecken; viele Parks und Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Orientierung.
Sich in Melbourne zurecht zu finden ist mit Googlemaps und der Kenntnis von zwei Hauptstraszen, die sich durch die erschlieszenswerten Teile der Stadt ziehen, prinzipiell einfach moeglich. Jedoch schwer zu finden sind(siehe Contra)

(Mehr schoenes gibt es sicherlich zu entdecken, Berichte werden folgen.


nicht ganz so PRO

Zwischenorientierungspunkte.
Man merkt sich ja auf dem Weg allerhand und meint dann an diesem oder jeden Geschaeft vorbei gekommen zu sein. Dieses Geschaeft sollte jedoch kein McDonald's oder Hungry Jack's(die australische Variante von Burger King) oder gar ein anderer Fastfoodladen sein. Denn diese Geschaefte gibt es an jeder Ecke. So wollten wir gestern von unserer ersten Wohnungsbesichtigung zuruecklaufen. Als wir beim vermeindlich richtigen McDonald's recht abgebogen sind, hatten wir jedoch verloren.

Das Essen.
Wenn die Australier etwas machen, dann eben richtig. Ist der Kuchen noch zu trocken, wir in die Mitte pure Butter oder pures Fett gespritzt. Hauptsache Kalorien. Milch mit 8% Fett ist kein Problem, denn in Australien muss man nicht auf sein Gewicht achten. Minzsoszenkreationen schmuecken auszerdem bedenklich viele Gerichte und tragen zum freiwilligen fruehzeitigen Rueckzug der Geschmacksnerven bei. Als Alternative zum Supermarkt laden viele nette Junkfoodlaeden ein. Die Perversion wird sogar so weit getrieben, dass es an der Uni keine Kantine gibt, sondern im sogenannten Union House nur Fast-Food-Laeden und einen groszen Dunkin-Donut-Laden.

Das Geld.
Obwohl die kleinste australische Muenze ein 5-Cent-Stueck ist, sind viele Preise nicht durch fuenf teilbar. Man behilft sich, indem man die Preis entsprechend auf- oder abrundet. So werden aus $5,67 nunmehr $5,65, wohingegen fuer einen Einkauf von $5,68 durch Aufrundung $5,70 bezahlt werden muessen. Zunaechst fanden wir das reichlich merkwuerdig, inzwischen stehen wir kurz vor einem Durchbruch bei der Erstellung eines mathematischen Konzeptes, dass uns auf Dauer viel Geld sparen laesst, indem nur abzurundende Gesamtpreise angestrebt werden. Ich werde in Zukunft also vermerken wieviel Plus wir durch Abrundungen gemacht haben.
--> Aktueller Stand: 2 Cent (Hehe, Kleinvieh macht auch Mist!)

Die Preise.
Als wenn das Zahlungsmittel nicht schon Problem genug waere, sind auch die Preise Gegenstand einiger veraergerter Blicke. Frische Sachen wie Obst und Gemuese sind hier viel teurer, frische Milch und Nutella ebenso. Man muss schon sehr lange suchen bis man etwas findet, was in Deutschland teurer ist. Noch sind wir nicht fuendig geworden; den interessierten Leser halten wir jedoch gerne auf dem Laufenden. Weiterhin ist festzustellen, dass eine Mahlzeit bei McDonald's billiger, obwohl teurer als in Deutschland, ist als ein sehr einfaches selbstgekochtes Essen.

Die Mietpreise.
Sie verdienen zweifelsohne einen eigenen Unterpunkt. Zu Beginn unserer Mietrecherchen sind wir auf Preise ab $130 gestoszen. Gut, dachten wir uns. Das ist doch recht billig. Nach weiterer Recherche stellte sich dann heraus, dass alle Preise pro Woche angegeben werden. Wieso ist klar: so klingt das ganze schon nach viel weniger. Cleverer waere es nur noch den Tages-, Minuten- oder gar Sekundenpreis anzugeben...
$130 entsprechen zur Zeit 76,45 Euro (natuerlich auf Fuenferstellen ABgerundet), also einem monatlichen Preis von 305.90 (System versagt, Fuenferstelle AUFgerundet). Die Mieten gehen also ab 300 Euro pro Person (da Einzelzimmmer) los! Gegenden, die solche Mieten verlangen, sind leider hauptsaechlich auszerhalb der Uninaehe zu finden. Lediglich eine Wohnung mit geringer Entfernung zur Uni wurde fuer $80 pro Person pro Woche angeboten. Wie dieser Preis zustande kommt, war nach der heutigen Besichtigung klar. Der vollstaendige Verzicht auf jedwedge(gibts das Wort?) Rennovierung sowie Reinigungsmittel macht sich eben doch finanziell bemerkbar und ist dennoch nicht immer empfehlenswert. Das Ergebnis (=den Schimmel)haette ich nicht einmal zu Schulzeiten in der Fruehstuecksbrotdose heranzuechten koennen.
Wir haben inzwischen gute Aussicht ein Appartment mit zwei getrennten! Betten zu finden, das auch nur $157 pro Woche oder vllt sogar etwas weniger kostet. Das ganze ist in einem Gebaeudekomplex gelegen, der nur zehn bis 15 Minuten von der Uni zu Fusz unterwegs ist und in dem ausschlieszlich Studenten wohnen duerfen. Da wir an der Uni arbeiten, haben wir eine gute Chance dort ab Montag wohnen zu duerfen. Der Gebaeudekomplex beinhaltet auch eine Saune, einen Swimmingpool, ein Fitnessstudio, Tischtennisplatten....auch wenn das natuerlich keiner der Gruende war, der uns zur Mietentscheidung bewegt haben. Das Appartment ist eine Wohnung fuer nur zwei Personen, mit eigenem Bad und Kueche und einem Aufenthaltsraum mit Lernmoeglichkeiten und einem Schlafzimmer. Die Wohnung ist moebliert und sauber. Der Preis, der monatlich 370 Euro sind natuerlich wirklich viel, aber unter dem Preis kriegt man fast nichts, vor allem nicht in Uninaehe und der Qualitaet. Wir fragen uns immernoch wie das preislich ueberhaupt moeglich ist. Erklaerbar ist dies vllt durch staatliche Subventionen oder Unigelder....?
Wir haben also noch vor bis Montag in der Jugendherberge zu bleiben und werden dann am Montag in die Uni zu unserem Prof und den restlichen Uni-Buerokratiekrams erledigen und danach hoffentlich im Superappartment einziehen koennen.
Die Wohnung kann jedoch nur bis Februar gemietet werden, danach muesste sie um ein ganzes Jahr verlaengert werden. Also muessen wir im Februar wieder umziehen. Jetzt wirds verrueckt: wir werden zurueck in die Jugendherberge ziehen, denn dort bezahlt man fuer eine Woche $130, also weniger als fuer die meisten Mietwohnungen- oder Zimmer, die jedoch weit auszerhalb des Zentrums liegen. Wohingegen die Jugendherberge, bei der wir im Moment residieren, mitten im Zentrum liegt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele ihre ganze Zeit in der Jugendherberge uebernachten und somit einige Gestalten hier schon seit mehreren Jahren! in einer Jugendherberge geblieben sind! Immerhin gibt es hier einen riesen Aufenthaltsraum mit Superriesenfernseher und einen groszen Kochbereich mit zur Verfuegung stehendem Geschirr und Pfannen. Von der Tischtennisplatte mal ganz abgesehen.
Wir haben aber heute am schwarzen Brett noch drei neue Anzeigen entdeckt und werden diese checken.

So das wars dann erstmal von mir. Wir haben inzwischen einige Leute hier kennen gelernt und feiern heute Abend den Abschied eines sehr netten Paares, da dieses bald in eine teure Wohnung ziehen. Sie ist aus Polen und hat guten Bueffelgradvodka mitgebracht, Na zdrowie :P

NEUHIGKEITEN: Das Veggie delight sandwich kostet bei Subways weniger als in Deutschland, soweit mein Auszenkorrespondent Guenn mit den neusten Neuhigkeiten!

PS:
Koalas gestreichelt, Spinnen getoetet und Kaenguruhs gesehen: null

Dienstag, 2. September 2008

Wer ist dieser Jetlag und wieso nervt er mich gerade?

Nachdem ich die letzten beiden Pruefungen hinter mich gebracht habe, war nur wenig Zeit zur Entspannung.
Ein Tag in Berlin und die Hochzeit meiner Schwester und stundenlanges chaotisches Packen standen an.
Die ersten beiden "Projekte" waren erholsam und sehr schoen und super Gelegenheiten sich nach wochenlangem Mensa-und-abends-nur-Fastfood-oder-Brot-Essen richtig den Bauch vollzuschlagen! Direkt von der Hochzeit
in Kassel gings dann mit meinen Eltern und Schatzi zurueck nach Magdeburg, wo das hecktische Treiben in die naechste Runde gehen sollte. Pappkisten sind schnell gekauft und aufgebaut, aber sie zu fuellen erwies sich als knifflige AUfgabe, die nicht nur meine Geduld sondern auch die Nerven meiner Mutter sehr auf die Probe stellte. Aber was soll man machen, wenn man in fuenf Tagen nach Australien fliegt und die Wohnung bis dahin ordnungsgemaesz verlassen haben soll? Dank der tatkraeftigen Unterstuetzung meiner Eltern und meines Freundes war Donnerstag das ganze Chaos in Kisten verteilt und die liebevoll von mir in der Pruefungszeit mit ultradeckender Farbe angebrachten Leuchstreifen nach zweimaligem Darueberstreichen verschwunden. Das Zimmer war also das erste Mal seit ich darin wohnte sauber, wirklich ueberall sauber. Stolz bin ich auf letzteres freilich nicht, aber ich werde auch nicht muede Besserung zu geloben und finde dennoch ein Zitat, dass mein Opa geschickt hat, sehr zutreffend:

"CHAOS IST KREATIVITÄT AUF DER SUCHE NACH FORM."

Die letzten Tage ab Freitag vergingen wie im Flug, die eine oder andere Verabschiedung stand an. Komisch wie leicht es einem faellt "tschuesz und bis in einem halben Jahr" zu sagen und wie schnell einem dann doch bewusst wird wie sehr jeder einzelne fehlt. Dreas Alliterationsalarm, Lockes und Bias Phallus, Christian's liebe zu falsch gesetzten Apostrophen (hier sind die ja alle richtig), Hagens Sarkasmus, .... und natuerlich meine Familie und meinen Freund!
Ich vermisse euch alle jetzt schon wirklich sehr und bin gespannt was ihr in dem halben Jahr treibt :)
Ich hoer jetzt auch auf in Erinnerungen zu schwelgen, aber bei 30 Stunden Anreise, die man fast auf sich alleine gestellt ist, spuken viele Gedanken im Kopf herum.
Anreise. Ach da war doch was. Chaos, wer haette das gedacht? Als ich dann nach viereinhalbstuendiger Zugfahrt am Frankfurter Flughafen eingetroffen bin und Guenni (meinen Leidensgenossen fuer die naechsten sechs Monate) gefunden habe, gingen schon die Probleme los:
- wohin muessen wir?
- wie war das nochmal mit dem Einchecken?
- wie krieg ich nur diese verdammt Spritze in meinen Bauch waehrend ich auf einem voellig versiften Klo sitze, komische Tussen von Klozelle zu Klozelle philosophieren(also ueber den Sinn des Lebens(=Einkaufen) reden)und ich mir mit zittriger Hand erneut meine riesengrosze Angst vor Spritzen eingestehen muss? (ich habe mich aufgrund einer gewissen Anfaelligkeite zu Thrombose vor dem Flug spritzen muessen)
- wie kriege ich all das Essen mit was ich fuer den Weg eingepackt habe?
- und wie passe ich nachdem ich alles gegessen habe noch in die ohnehin schon viel-zu-engen Kompressionsstruempfe?
Alle Probleme haben wir irgendwie bewaeltigt und konnten uns dann auf unseren Flug nach Melbourne freuen.
Das Flugzeug. Technische Daten und Typbezeichnungen lass ich einfach mal weg und komm zum wirklich wichtigen: es gab Fernseher in den Sitzen und wirklich viele tolle Filme. Das Essen war ganz oke, im Nachhinein ist mir schon etwas schlecht davon, aber der Nachtisch war meistens super :)
Umsteigen mussten wir in Dubai wo wir auch das erste Mal in einen riesengroszen Duty-free-bereich einkaufen konnten, dies dann aber doch aus Mangel an Geld und Platz im (Hand-)Gepaeck doch gelassen haben. Nach Dubai kam der anstrengenste Teil des Fluges: 13 undeinpaarzerquetschte Stunden! Bilanz:
- 9 Filme angefangen zu gucken
* vier davon bis zum Schluss
- 4 mal warm gegessen, davon zweimal eine Extraportion nach dezentem Nachfragen
- 23 mal Fuesze eingeschlafen, davon:
* 16 mal der rechte und 10 mal der linke (links war die Armlehne meines Vordermannes, der mich mit einigen boesen Blicken fuer die Teilnutzung des von ihm als Auflageflaeche fuer seinen Arm preferierten Gegenstandes gestraft hat)
- 78 mal geflucht, dass ich jetzt in diesem Fugzeug sitze
- und mich viel zu oft gefragt habe, wieso ich unbedingt nach Australien wollte.

Nachdem wir auch die letzten Flugqualen ueberstanden hatten sind wir nach genauer Inspektion unseres Gepaeckes von einem Kollegen meines Vaters abgeholt wurden, der uns dann auch ins Zentrum von Melbourne und zur Jugendherberge gefahren hat. Keine Ahnung wie wir sonst voellig schlaftrunken und balla im Hirn dort angekommen waeren. Liebe Gruesze an dieser Stelle an Andy und danke fuer alles! In der Jugendherberge standen wir dann einem groszem mathematischem Durchbruch bevor: die Rechung fuer drei Uebernachtungen fuer uns beide sollte $237 kosten, doch wieviel muss dann jeder einzelne von uns bezahlen? Das ist nicht nur hohe Mathematik, das macht einen nach so vielen schlaflosen Stunden wirklich zu schaffen!
Wir waren dann noch mit Andy einen Kaffee trinken und haben uns nett mit ihm unterhalten. Von seinem Vorschlag den ersten Tag so lange wie moeglich wach zu bleiben (wir waren 6 Uhr morgens in Melbourne angekommen) hielten wir wenig spaeter in der Jugendherberge nicht mehr allzu viel. Ich habe fuenfeinhalb Stunden geschlafen und haette doch noch deutlich laenger gekonnt, aber irgendwie muss man in diesen australischen Tagesablauf reinkommen. Seit dem haben wir noch beratschlagt wie wir die naechsten Tage mit der Wohnungssuche und dem Kauf einer Telefonkarte vorgehen und uns einen 24-Stunden-Internet-Zugang in der Jugendherberge verschafft. Wahrend Guenni seine E-Mails checkte und sich auf Online-Wohnungssuche machte, habe ich einen Chinesen an der Tischtennisplatte im Aufenthaltsraum um ein Spiel gebeten. Daraus wurde ein erbitterter einstuendiger Kampf, der von vielen Ballsuchaktionen und diversen Geruechen aus dem ohne Wand abgetrennten Kochbereich begleitet wurde. Diese Bewegung tat wirklich gut und hat mich ermutigt danach unter die kalte!(das warme wasser funktioniert angeblich nur im Moment nicht) gesprungen. Mit der Jugendherberge koennen wir ansonsten recht zufrieden sein, hier sind viele junge Leute aus allen Nationen und viel Geschirr und Toepfe in der Kueche ermoeglichem es jedem dort zu kochen. Alles in allem also ne super Sache.
So langsam beginne ich mich an den Gedanken hier noch ne Weile zu bleiben, zu gewoehnen. Melbourne ist zwar ne Riesenstadt, aber irgendwie fuchsen wir uns da durch!
Morgen gehts um acht los zum Telefonkartenkauf und dann gleich zu diversen Schwarzen Brettern an der Uni um bald eine Bleibe zu haben.
Diesen Blogeintrag mache ich von meinem neuen Rechner aus, den ich seit kurzem mein Eigen nennen darf.
Ich habe meinen alten acer ad akta gelegt und mir nach drei Jahren intensiver Dauerbenutzung einen neuen Acer gegoennt :) Das nervigste stand jedoch mit der Einrichtung und Installation der noetigen Programme an.
Ueber meine Neukauf-Entschiedung bin ich bisher sehr gluecklich auch wenn mir die Essens- und Trinkreste zwischen den Tasten wohl fehlen werden :)

Das Wetter in Melbourne ist im Moment echt noch scheisse: 15 Grad und Regen!

Zu guterletzt noch eine letzte Zwischenbilanz:
- Kaenguruhs gesehen: 0
- Koalas getoetet: 0
- giftige Spinnen gestreichelt: 0
- Tage bis Rueckflug: immernoch zu schwer zu berechnen (wer kann schon eine genaue Anzahl von Tagen bis zum 28.2 berechnen?)

Spezielle Gruesze freudiger Erwartung gehen an den guten Igor ohne dessen Beistand ich es viel schwerer gehabt haette.

Machts gut,
Julia