Dienstag, 16. Dezember 2008

Vorfreude, schoenste Freude...

Der morgige Tag wird fuer mich frueh um VIER beginnen. Wieso ich mich in aller Herrgottsfruehe rausquaele?
Ich fliege nach Sydney :) Vor Kurzem habe ich nun endlich alle Reisen geplant und darf morgen die erste antreten. Da mein Flug bereits um acht geht und ich erst zum Flughafen hinkommen muss, muss ich also meinen Wecker recht frueh stellen. Ihr koennt ja in Deutschland an mich denken, wenn ihr 18 Uhr Abendbrot esst *g*

Fuer die vier Tage, die ich in Sydney verbringen werde, habe ich ein Dreitagespaket fuer umgerechnet (Oh wie ich diesem Umtauschkurs liebe!)90 Euro inklussive Uebernachtung und drei Tagesausfluegen gebucht. Am Samstag werde ich mich dann alleine beschaeftigen muessen und fliege dann gegen 21 Uhr wieder zurueck nach Melbourne. Morgen wird nebst der Anstrengung auch ein lohnenswerter Tag, weil ich mir einen Traum erfuellen kann und in das Sydney Opera House gehen werde. Die Tickets fuer eine Ballettvorstellung des australischen Nationalballetts habe ich vor zwei Wochen gekauft und letzte Woche mit der Post erhalten :)

Meine Reisefreude ist durch die Great Ocean Road Tour, die ich vom 4.12. bis 5.12. gemacht habe, in Wallung gekommen.
Wunderschoene Straende, blauer Himmer, das wunderschoene Meer und eine internationale Reisegruppe im Durchschnittsalter von 23, was will man mehr? Endlich habe ich Koalas gesehen, Kaenguruhs bestaunt und mich vor Emus gefuerchtet! Die australische Tierwelt ist sehr faszinierend, so hat uns unsere Reisefuehrerin auf der Great Ocean Road Tour mit immer neuen Verruecktheiten aus der Fauna erfreut. Sei es nun, dass Kaenguruhweibchen in beiden Bruesten verschiedene Milch fuer den Nachwuchs zur Verfuegung stellen, fleischfressene Schnecken existieren (Okay wie sollen Schnecken etwas lebendiges jagen koennen? Sie sind doch zu langsam! Diese schwarze Schneckenart ist es zwar auch, aber sie greift auf ein Gift zurueck um die Beute zu laehmen), Koalas die den Groszteil des Tages schlafen (Fuer alle die, die sich gefragt haben wieso diese niedlichen Tierchen denn solange auf dem unbequemen Baum verweilen koennen: gepanzerte Aersche sind das Geheinmis. Die Kreatuerleinchen schlafen auch nicht freiweillig den ganzen Tag, sie tun es nur, weil der Eukalyptus ihnen kaum Naehrstoffe bietet, die in Energie umgewandelt werden koennen. Auszerdem ist Eukalyptus giftig. Die Koalas werden nur mit der Zeit resistent dagegen. Um den Nachwuchs an das Gift zu gewoehnen, gibt die liebende Mutter dem Jungen ihre Exkremente, die das Gift nicht allzu stark dosiert enthalten) und viele andere Tiergeschichten, die doch sehr an die Maerchen von 1001 Nacht oder an einen betrunkenen gottspielenden Biologen erinnern. Aber sie sind alle wahr. Dass die Flora auch einiges an Merkwuerdigkeiten bereithaelt, liegt natuerlich auf der Hand, aber da die Leser dieses Blogges mir ein ums andere Mal eindrucksvoll die Faehigkeit demonstriert haben, Wikipedia zu benutzen, verweise ich auf diese Wissensquelle und die Erkenntnisse Darwins.

Ein weiterer Grund zu verreisen ist auch dem Melbourner Wetter zu entfliehen. Mal ganz davon abgesehen, dass sich diese Jahreszeit jetzt Sommer schimpft und wir uns in einer ach so schrecklichen Duerre befinden, hat es die letzten Tage bei Spitzentemperaturen von bis zu 19 Grad durchgeregnet. Eine weitere Merkwuerdigkeit der Duerrezeit ist unsere Wasserrechnung gewesen. Man erwartet doch wirklich zu solch problematischen Zeiten eine entsprechende Regulierung des Wasserverbrauchs durch horrente Preise. Nix da, wir haben fuer 6 Wochen eine Wasserrechnung von 12 Euro gehabt. Nein, wir sind nicht sparsam. Ich verweise als Quelle fuer meinen Wasserverbrauch auf den Nebenkostenanstieg im Wohnheim 7, der sicherlich zu 79 Prozent auf mich zurueckzufuehren sein duerfte.
Aber zurueck zum desastroesen Wetter. Also waere ich in der Werbebranche so wuerde ich es so formulieren: "das Melbourner Wetter ist abwechslungsreich, Langeweile wird nicht aufkommen. Wenn Sie die vier Tageszeiten lieben und nicht ein ganzes Jahr warten wollen um sie zu erleben, dann kommen Sie einen Tag nach Melbourne"
Nach tageslangem Regen, reist ploetzlich die Wolkendecke auf und es werden 26 Grad und Sonnenschein. Ja klar fuehlt man sich da verarscht. So hat auch eine Tube Sonnencreme, eine Regenjacke, ein Pullover, ein Schal, Handschuhe, Muetze und eine Sonnenbrille den Weg in meine Handtasche gefunden und werden sicherlich fuer die naechsten zwei Monate dort anzutreffen sein!

Sieht man sich den Wetterbericht vom Rest Australiens an, so wird das ganze schon wesentlich konsistenter: in Darwin sinds zu dieser Zeit immer 31-38 Grad und Regen(Die Moderatoren lachen schon immer, wenn sie Darwin vorlesen und freuen sich uebers "hot und humid"), in Hobart 17-21 Grad und Sydney, Brisbane und Perth relativ bestaendig bei warmen Temperaturen.

Ich bin also nach einigem Recherchieren ins Reisebuero meines Vertrauens gegangen und habe ein Ostkuestenpaket gebucht und einen Fuenftagesaufenthalt in Hobart (Tasmanien). Vom 13. bis 19. Januar bin ich in Hobart und werde dort mit einer 16 Mann/Frau starken Reisegruppe durch Tasmanien ziehen.

Meine letzte Reise vor der groszen Heimreise werde ich dann vom 5.Februar bis zum 17. entlang der Ostkueste antreten. Dabei stehen Whitsundays(3 Tage auf groszer Yacht), Noosa(3 Tage Kanufahren) und 3,5 Tage ab Rainbowbeach Safari an.

Ich bin wirklich gespannt wie meine Reisen sein werden und wuerde mich ja schon fast in Vorfreude von euch verabschieden, wenn ich nicht noch einiges anderes zu sagen haette.

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Warnung! Dieser Abschnitt enthaelt Informationen zu meinen fachlichen Vorhaben! Wenn Ameisen fuer dich nur Tiere sind und du dir nicht vorstellen kannst, wie aus ihnen Agenten werden um komplexe Probleme zu loesen, dann ueberspringe diesen Abschnitt ODER erfreu dich am Klang der Woerter :)
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Wie komme ich bei meiner Arbeit voran? Nachdem ich Ewigkeiten nachhaken musste um den Quelltext zu einigen Programmen zu bekommen, habe ich nun das erste Programm umgeschrieben und beginne ab naechster Woche mit dem was das Ziel meines Studienaufenthaltes hier ist: Testen von verschiedenen Parameters und deren Auswirkung auf die Effizienz des Ameisenkoloniealgorithmuses ACS ("Ant Colony System"). Die letzte Woche habe ich mich dazu in ein bestehendes Programm reingearbeitet, dass in acht Datein aufgesplittet ist und deren groeszte Datei 1500 Zeilen umfasst. Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass das etwas gedauert hat. Zumal dann auch noch eine neue Programmiersprache zu "erlernen" war, die schon laenger auf meinem Programm stand: C. Bis ich mich dann durch die ganze Zeiger-auf-Zeiger-Sachen durchgequaelt habe, habe ich das Programm dann fuer mich so umgeschrieben, dass es zufaellige TSP Instanzen, also eine zufaellige aber symmetrische Distanzmatrix generiert und darauf den ACS anwendet. Jetzt muss ich mir vor allem ueberlegen welche Ansatze ich auswaehlen will um die Parameter zu tunen, das wird dann auch schon der Schwerpunkt meiner Arbeit.

Lustig ist auch das Programm, dass ich zuerst ausgetestet habe: ein Fortran-Programm aus dem Jahre 1988, da war ich ein Jahr alt! Das Programm war leider absolut untauglich und hat nicht so funktioniert wie es sein sollte.

So nun habe ich meine Pflicht getan und mal wieder einen Blogeintrag verfasst, den niemand am Stueck zu lesen bereit ist oder niemand am Stueck lesen kann. Ja ich weisz, dass ich mich manchmal kuerzer fassen sollte. Je mehr man schreibt desto groeszer ist die Wahrscheinlichkeit auch irgendwann mal was interessantes zu schreiben!

In diesem Sinne,

vorweihnachtlich-sommerlich-verregnete Gruesze aus der Stadt der vier Jahreszeiten,
Julia

PS: Ich moechte hier noch einmal dem Umtauschkurs Euro - AUD meine Liebe erklaeren! Du hattest so viel mehr zu bieten, als ich es je erwartet habe! Du machst mich so gluecklich, durch dich kann ich so viel neues erleben! Du steigerst dich wunderbar im Verlauf unserer Beziehung. Gleich nachdem zu deine Anfangsschwierigkeiten ueberwunden hast, wusste ich, dass ich dich will!
Bitte lieber Umtauschkurs, bleib mir treu, ich werde dir auch bis Ende Februar treu bleiben und keinen anderen auch nur angucken!
(Informative Kurzfassung: Bevor wir nach Australien geflogen sind, gabs fuer einen Euro 1,60 AUD. Inzwischen kriegt man fuer einen Euro 2,02 AUD)

Montag, 1. Dezember 2008

1. Dezember

Ein wenig angespannt ist man schon immer zur Vorweihnachtszeit: Geschenke sind zu besorgen, Umtauschmoeglichkeiten fuer Geschenke sind vorzuplanen und ganz nebenbei muss man noch gegen den ganzen Weihnachtskitz abstumpfen oder man haelt es nicht bis Weihnachten aus.
Durch meine Reise nach Australien verpasse ich allerlei weihnachtliches in Deutschland: den ersten Schnee, den Magdeburger Weihnachtsmarkt und noch viel wichtiger die mal besinnliche und mal einfach nur coole Zeit mit Freunden.
Beim Morgengfernsehen, dessen Sehen fuer mich inzwischen zu einem allmorgendlichen Ritual geworden ist, ist das ganze Studio schon bunt geschmueckt gewesen und die Frage nach dem Inhalt des Weihnachtskalender machte die Runde. Ich habe bisher immer einen Weihnachtskalender gehabt, umso mehr fand ich es schade, dass ich hier in Australien nicht daran gedacht habe. Auf der Arbeit angekommen, lese ich eine Nachricht von Ricardo, folge dem Link und denke ich sehe nicht recht.
Die werden doch nicht.... oh doch sie haben! Wenn man auf der anderen Seite der Welt ist, glaubt man manchmal, dass die "auf der anderen Seite herunterhaengenden" (Danke lieber Stefan fuer diesen physikalisch vortreffliche Bezeichnung) das kaum bemerken.
Zurueck zum Beginn meines Arbeitstages.
Vier Magdeburger Weihnachtsmaenner und zwei Weihnachtsfrauen haben sich die Muehe gemacht und einen Weihnachtskalender fuer mich zusammen gestellt. Gleich am heutigen Tag hat mich ein Bild vom bunt geschmueckten Weihnachtsbaum im Allee-Center und fuenf illustren Gestalten davor ueberrascht!
Vielen lieben Dank an Bia, Christian, Drea, Hagen, Locke und Ricardo fuer diese tolle Idee! Ich bin sehr gespannt was mich noch alles erwartet, ihr habt mich aber jetzt schon ueberrascht :)
Ich weisz, dass es nicht einfach ist den Kontakt ueber sechs Monate bei zehn Stunden Zeitverschiebung aufrecht zu erhalten. Deswegen moechte ich mich bei meiner Familie und meinen Freunden dafuer bedanken, dass sie so gut den Kontakt zu mir behalten und dazu mich zu manch spaeter oder sehr frueher Stunde noch anrufen oder mit mir schreiben!

Das war heute ein super Start in die Weihnachtszeit, vielen Dank an meine sechs Weihnachtsmagdeburger!
Ich gehe jetzt erst einmal ins Bad und wasche den verlaufenen Maskara ab...

Ich wuensche euch allen eine wunderschoene Vorweihnachtszeit, geniest den Schnee :)

Julia

Mittwoch, 19. November 2008

Haeuptling dicke Lippe bekommt eine Vokabellektion

Der gestrige Tag. Kribbeln auf der Lippe. Ich ahnte, dass ich mal wieder Opfer eines Lippenherpes werden wuerde.
Vertraut mit diesem Schicksahlssachlag, zog ich gleich in die Apotheke im Union house los, jedoch nicht, ohne vorher noch
Herpes bei Leo nachzuschlagen. Herpes wird mit Herpes uebersetzt, relativ intuitiv also. Da stand ich nun in der Apotheke und wartete bis man sich um mich kuemmerte.
Ich habe erst gesagt, dass ich eine Blase an der Lippe habe und etwas dagegen brauche. Die freundliche Verkaeuferin
verwies mich auf Lippenbalsam. Ich blieb freundlich und erklaerte ihr, dass ich Herpes habe und das da wohl nicht ganz angebracht sei.
Daraufhin guckt sie mich komisch an. Ich wiederholte "Herpes" und war mir bei der Aussprache wie sooft in Australien nicht sicher, drum bot ich ihr an es aufzuschreiben. Mit einem seltsamen Gesichtsausdruck gab sie mir Stift und Papier.
Der Chef und die Kunden guckten schon seltsam, weil es wohl offensichtlich war, dass die nette Verkaeuferin und ich einander nicht verstanden.
"Dafuer muessen Sie zum Arzt gehen!" erklaerte sie mir.
"Was zum Arzt? Ich habe das in Deutschland staendig, alle zwei drei Monate, ich mache da einfach Creme drauf und dann ist gut!
Man kann hier in Australien doch alle moeglichen Medikamente einfach so kaufen, wieso muss ich dann fuer die Herpescreme zum Arzt?" fragte ich noch ganz ruhig.
"Das ist hier in Australien eben so, da ist das anders" versuchte sie mir verstaendlich zu machen.
Im australischen Nullachtfuenfzehnsupermarkt kann man Beruhigungstabletten, Konzentrationsmittelchen und der gleichen kaufen, also wieso stellen die sich bei so ner einfachen Creme doof an?
Sie startete einen Rettungsversuch: "Meinen Sie "Cold Sores"?".
Keine Ahnung was das Zeug ist, ich zucke also mit den Schultern.
Derweilen hat sich schon der Chef eingeschaltet und mir gesagt, dass ich dafuer wirklich zum Arzt gehen muss, sonst koennen sie mir sowas nicht geben. Als ich wiederum erklaerte, dass ich nur ne einfache Creme draufmachen muss und das dann schon wieder wird, entgleistem auch ihm langsam die Gesichtszuege.
Er holte sein Medikamentenbuch raus und schlug bei "Cold Sores" nach. Tatsaechlich findet sich dabei der Name Herpes Simplex.
Erleichtert gibt er mir eine Packung der ersehnten Herpescreme und bietet mir noch Ratschlaege an wie man das aufzutragen hat. Ich verwies wiederholt darauf, dass ich das in Deutschland sehr oft habe und bescheid weisz. Ich bezahlte, ging, und war noch immer verwirrt wieso das denn so schwer war.
Wieder am Arbeitsplatz angekommen, trage ich die Creme auf und schlage nochmal bei Leo nach, was "Cold Sores" bedeutet.
Ich lande in einem Diskussionsforum, indem ein Ami erklaert, dass er bei Lippenherpes nicht von "herpes" im Amiland sprechen wuerde, da man darunter vorangig die Geschlechtskrankheit Herpes verstuende. Wenige Lachkraempfe spaeter wurde mir klar, dass ich den Apothekermenschen und der Kundschaft glaubhaft versichert habe, dass ich fuer eine Geschlechtskrankheit nicht zum Arzt muss, weil ich das in Deutschland alle zwei drei Monate habe und da nur etwas Creme draufmachen muss. Autsch.
Sowas passiert eben manchmal, "Cold Sores" werde ich mir jetzt sicherlich merken!

Liebe Gruesze aus Melbourne,
eure geschlechtskrankheitsfreie Julia

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Herr, schmeiss Motivation vom Himmel!

Bereits seit einiger Zeit habe ich ueber meinen Werdegang nach der Uni nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass vorerst an der Uni zu bleiben keine schlechte Idee waere. Eben drum war ich auch sehr dankbar dieses Forschungspraktikum in Australien absolvieren zu koennen. Die meisten fragen mich wie ich denn in dem fremden Land so klarkomme und wie es sich mit Guenni zusammen lebt und ob ich mich eingelebt habe. Seltsamerweise ist das alles kein Problem gewesen. Ich fuehle mich inzwischen schon hier in Melbourne wie in MD. Klar war vieles am Anfang neu, aber nach zwei Monaten holt mich dann auch der Alltag ein. Man weisz wo man einkaufen gehen muss, kennt auch endlich die Namen der anderen Uni-Mitarbeiter (was nicht heiszt, dass ich sie alle richtig aussprechen kann...), hat hier und da ein paar nette Leute gefunden und geht hier so seinen Weg. Am Anfang haette ich wahrscheinlich spontan sehr vieles aufzaehlen koennen, was an Melbourne anders als an Magdeburg ist, und obwohl diese Unterschiede immernoch da sind, nehme ich sie bereits kaum noch wahr. Ich habe mich hier also eingelebt und auch schon halbwegs sozialen Anschluss gefunden. Mein Supervisor Kent ist sehr nett und die Maedels vom Volleyball werde ich sicher auch noch genauer auf den naechsten Turnieren kennenlernen. Dieses Wochenende steht uebrigens ein Turnier in Bendigo an.

In diesem Eintrag moechte ich mich vor allem einem ernsteren Problem widmen: der Motivation. Anfangs haben Guenni und ich den Tag von 9 Uhr morgens bis zehn Uhr abends in der Uni verbracht. Schlieszlich moechte man gerne mit allen in Kontakt bleiben und auch noch den noetigen Unikram nebenbei machen. Nach sechs Wochen kam dann jedoch die grosze Ernuechterung: wir waren beide mit unseren Recherchen noch nicht viel weiter. Wochentag fuer Wochentag sitzen wir im Buero und versuchen uns durch wissenschaftliche Paper zu quaelen. Wir sitzen auf unbequemen Stuehlen und starren den Bildschirm an. Nach einer gelesenen Seite eines Papers belohnt man sich dann erst einmal mit vermeindlich kurzem Internetsurfen oder einem Spiel. Leider dauert die Ablenkung oftmals zu lange an und man findet sich 16 Uhr auf die Uhr guckend und keinen Schritt weiter vor. Klar, dass man dann noch laenger in der Uni bleibt um doch etwas Unikram zu schaffen, aber wie effektiv kann man abends um zehn noch arbeiten? Nach diesen sechs Wochen wusste ich also, dass es nicht so weiter gehen kann. Ich beschloss mich auf die Arbeit wirklich zu konzentrieren und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Gerade wenn man zu zweit den Tag verbringt, neigt man dazu sich an den Rhythmus des anderen anzupassen, aber Guenni und ich sind da einfach zu verschieden. Wie sieht mein Plan fuer die Zukunft also aus? Um neun im Buero sein und es versuchen gegen fuenf zu verlassen. Dank der neuesten Zeitumstellung, sind viele in Deutschland aber erst nach 17 Uhr wach, wodurch man doch ab und zu noch etwas laenger im Buero haengen bleibt. Wichtig ist fuer mich nur, dass ich das Buero dann verlasse und danach irgendetwas sinnvolles tue. So waren wir zum Beispiel letzten Freitag im von Studenten aufgefuehrten Theaterstueck MacBeth, Samstag zu einem Konzert in einer Bar und ich dann am Sonntag in der Brunswick Rd. shoppen. Mittwoch steht Volleyballtraining an und ich versuche mich auch sonst noch das eine oder andere Mal zu sportllichen AKtivitaeten zu zwingen, auch wenn ich meistens viel lieber schlafen gehen wuerde. Mit einem anderen Mitbewohner unseres Flurs bin ich schon in Kontakt gekommen und wir haben 2,5 Stunden Tischtennis gespielt und er hat mir dabei noch einige Eigenheiten von Australien und Aussis erklaert, die ich sicher portionsweise im Blog zum Besten geben werde. Jeder fragt uns auch immer: wohin wollt ihr denn ueberall reisen? Was habt ihr geplant, was schon gesehen? Bisher hat die Ausrede des Geldes immer als Schutzschild gedient, gestern jedoch habe ich den Entschluss zu handeln gefasst. Ich habe eine Tour entlang der Great Ocean Road fuer 150 AUD (also dank des schwachen Dollars und dem starken Euro umgerechnet 75 Euro) bei einem Reiseunternehmen gebucht, das sehr modern und jung klingt (http://www.ridetours.com.au/site/index.php). Weitere Tagestouren nach Melbourne und Umgebung plane ich bereits, sowie Fluege nach Sydney und Tasmanien. Bisher habe ich eben immer darauf gehofft noch andere zu finden, die mit Australien erkunden. Corinna, Sara und Nadja vom Volleyball haben da auch zugesagt, aber wie das eben so bei vier Personen ist, dauert es bis man sich mal auf einen Zeitpunkt einigen kann. Eben drum habe ich beschlossen auch mal alleine was zu machen. An sich bin ich sehr gerne mit anderen zusammen, aber ich bin der Meinung, dass ich auch alleine die Zeit sehr geniesen kann. Schlieszlich will ich durch die Erfahrung "6 Monate Melbourne" auch persoenlich einiges lernen. Ansonsten habe ich mir einen Terminkalender angelegt und Ausstellungen, Museumsoeffnungszeiten und Festivals in der Umgebung sowie Maerkte eingetragen. Ich habe also in naechster Zeit wirklich vor etwas zu erleben!
Auf der Arbeit bin ich in der letzten Zeit dann wieder gut vorangekommen und konnte auch endlich mal mehrere Stunden am Stueck arbeiten. Die letzten Tage war ich wiedermal mit intensivem Recherchieren beschaeftigt. Wer auf der Welt hat schon was zu dem Thema geleistet und ist es verwertbar? Mein Sammelsurium von Papern umfasst nunmehr fast 80 Exponate. Alles Forschungsarbeiten die sich mit Ameisenkolonieoptimierung beschaeftigt haben! Das Thema will ich an dieser Stelle nicht erklaeren, spaeter werde ich das aber sicher tun :) Hat man dann endlich den Urwald von wissenschaftlichen Papern durchforstet und die Dokumente auf dem Rechner, so geht die wirkliche Schweinearbeit erst einmal los: Paper lesen. Anfangs habe ich das recht gewissenhaft getan, aber angesichts des Zeitdrucks und der enormen Menge, habe ich mir inzwischen eine geeignete Technik zum Ueberfliegen angeeignet: "Einleitung"...weiterblaettern bis zum..."Fazit". Kommt was verwertbares raus, dann muss zurueckgeblaettert werden und man muss sich durch das Paper kaempfen. Dann geht es zum Schluss noch zu den Quellenangaben, die nach moeglichen Kandidaten fuer weitere herunterzuladende Paper analysiert werden muessen. Der Unialltag war da irgendwie schoener. Da holt man sich das Buch zur Vorlesung und erfreut sich nebst einiger bunter Bilder im Buch auch einer halbwegs einheitlichen Terminologie. Ihr koennt euch sicher vorstellen, was dabei herauskommt, wenn Forscher aller moeglicher Laender Paper schreiben...
Vor zwei Wochen habe ich dann auch endlich angefangen alles bisher herausgefundene in das geeignete schriftliche Format zu bringen um mir das Nachschlagen in den Papern zu ersparen. Mit meinem Projektchef habe ich sehr regelmaeszige Besprechungen, meistens sogar zweimal die Woche, sodass ich ihn gut auf dem Laufenden halten kann und auch weisz ob meine Recherchen in die richtige Richtung gehen. Das Thema finde ich immernoch sehr interessant und ich habe mir auch schon auszerhalb der Uni Gedanken darueber gemacht: am Samstag nach dem Joggen bin ich in den Pool gesprungen und weil der arschkalt war, hab ich mich dann schnell wieder an den Poolrand gesetzt und mich in der Sonne aufgewaermt. Dabei habe ich Ameisen beobachtet und ihre Pfade verfolgt. So eine kleine Ameisenwelt ist schon wirklich lustig. Jedoch sind am Pool nicht gerade die intelligentesten Ameisen vertreten, sodass einige Ameisen sehr seltsam vom Weg abgekommen sind. Lustig, dass wir von diesen kleinen simplen Tieren etwas lernen, wie man grosze schwere Probleme loest. Als ich das dann Kent erzaehlt habe, hat er sich gefreut und meinte, dass es ein gutes Zeichen waere, dass ich mich auch im wirklichen Leben mit der Thematik befasse.
Ich denke jetzt alles in allem schon etwas anders ueber das wissenschaftliche Arbeiten, weil ich die enorme Ausdauer, die dazu von Noeten ist, bisher unterschaetzt habe. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich meinen Rhythmus finde :)

Dieser Blogeintrag ist sicher fuer die meisten langweilig, aber super fuer all diejenigen, die wirklich wissen wollen was mich in der letzten Zeit bewegt hat. Vielleicht sollte ich das auch all den netten Verkaeufern im Supermarkt erzaehlen, die mich immer so hoeflich fragen wie es mir geht. Denn so geht es mir im Moment. Ich bin auf der Sucher nach meinem Rhythmus, denn was ich will weisz ich und hat sich auch nicht veraendert. Wissenschaftliches Arbeiten ist schwer, aber man darf sich dafuer in das Thema vertiefen das man wirklich mag.

No worries,
Julia

PS: Es gibt neue Bilder vom Turnier und von Guenni und mir in meinem Fotoalbum!

Montag, 6. Oktober 2008

Ueber Kindheitstraumata und andere Belanglosigkeiten

Ich erinnere mich noch daran als waere es eben erst passiert. Meine Kindheit. Aufraeumen muessen.
Klar kann man gleich nach der Benutzung eines Gegenstandes diesen an den adequaten Stellplatz zurueck verfrachten, aber wo bleibt da der Reiz?
Wieso soll ich den Muell herunterbringen, wenn ich den Muelleimer noch sehen kann?
Was macht man also? Man wartet bis NICHTS aber auch GARNICHTS mehr geht und verbringt dann einen ganzen Tag, womoeglich auch laenger, damit das Zimmer in einen Zustand zu bringen, der den Puls der Eltern auf Werte jenseits der 180 herunterbringt.

Wieso erzaehle ich das?
Fuer mich ist Blogschreiben wie Zimmer aufraeumen. Klingt komisch, ist aber so. Ich versuche alle Eindruecke solange aufzuheben und das Schreiben des Bloges solange heraus zu zoegern, bis ein geeigneter Moment da ist um mein Werk zu vollenden. Wieso passiert hier auch staendig was neues?
Anstatt also jeden Tag ein bisschen zu schreiben, bevorzuge ich diesen Weg.

Danke fuer euer Verstaendnis :)

So und nun zu den Fakten, ihr sollt schlieszlich nicht vergebens gewartet haben.

Sooft(bin ich die einzige die findet, dass dieses Wort verdammt komisch aussieht?) habe ich mich gefragt was alle Besucher oder Besuchenden an
Australien so gefaellt. Am 20.9. wurde ich entdeckte ich des Pudels Kern.
Ich bin mit meinem nunmehr Projektchef und einigen anderen zu fuenft gen Sueden unterwegs gewesen. Wir haben uns zu fuenft in ein Auto gequaetscht und sind nach Phillip Island gefahren. Wenn ein Aussi dir sagt, dass er mit dir einen kurzen Trip in einen Nachbarort machen will, dann solltest du Verpflegung fuer einen Tag mitnehmen. Nach zwei Stunden Autofahrt durch herrliche Landschaft entlang endlos gerader Straszen, sind wir an einem atemberaubend schoenen Ort an der Kueste angekommen. Ich vermag es nicht auszudruecken wie die Schoenheit der Landschaft mein Schweigen forderte. Bilder sprechen mehr als tausend Worte, deswegen habe ich die dazu passenden Bilder bereits online gestellt.
(Um bei der Metapher des Zimmeraufraeumens zu bleiben: ich habe lediglich die Klamotten unters Bett geschmissen um den Anschein eines
ordnungsgemaeszen Tuns zu wahren)
Unsere Reise war von Sonnenschein, Regen und Wind (die Aussis nennen das zwar so, aber das war KEIN Wind! Das war eine ueberirdische Kraft, die den Regen waagerecht werden lies und mir eine jaemmerlich Haarkaemmarbeit am Abend beschehrte) begleitet, Hunger gesellte sich auch allzu bald dazu.
Was tun wenn man am Hafen ist und Hunger hat: manche ahnen ja fuerchten es schon gar... Fish and Chips essen.
Der angenehme Nebeneffekt: dank der Portion Extrafritierfett sind wir auch beim staerksten Wind stehen geblieben!
Nach einer ausgiebigen Wanderung entlang wunderbar ausgebauter Holzwege, sind wir dann den Nachhauseweg angetreten und ich habe mich einem neuen Fotomotiv zugewandt: der Erfassung der Schoenheit der geradlinigen, geraden, ungekruemmten, geradeausfuehrenden unglaublich geraden Straszen.
Wann auch immer wir nicht wussten welche Abzweigung zu nehmen war "geradeaus" war immer die ideale Antwort :)



Am Abend sind wir dann noch zu Freunden von Kent(=Projektchef) eingeladen worden und durften zwei James Bond Filme ueber einen Beamer mitverfolgen.
Diesem wunderbaren Tag ist ein sehr durchwachsener Tag vorausgegangen (Ja, auch ich bin ein Opfer von unchronologischen Gedankenspruengen).
Am Freitag konnten wir endlich das Superappartment beziehen und haben uns beide auf ein Ende des Aus-dem-Koffer-Lebens gefreut.
Nachdem ich mit der nach dem Einzug folgenden Uniarbeit fertig war, habe ich einen ersten Monstereinkauf im auf dem Uniweg liegenden Supermarkt (Safeway) gemacht. Mit sechs vollen Tueten, schmerzenden Haenden und einer Stimmung kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand ich dann vor der Tuer der Superwohnung und habe meinen Schluessel nicht gefunden. Natuerlich habe ich alle Taschen dreimal durchwuehlt, das eine oder andere Mal auf deutsch geflucht (obwohl mein Fluchrepertoire in Englisch durch MTV auch auf einem hohem Niwo(Ja, ich schreibe das auch weiterhin so) ist). Also gings runter zur Rezeption, meine erste Dummheit beichten und Hilfe herbeiflehen. Der Ersatzschluessel wurde mir ausgehaendigt und ich kam zumindest in den Genuss meine Einkaeufe zu verstauen. Da wir uns am Freitag abends auf ein Bier treffen wollten (das kam mir in dem Moment sehr gelegen, da ich nach den bisherigen Schluesselerlebnissen wirklich einen Drink vertragen konnte!), musste ich in einer halben Stunde schon wieder an der Uni sein. Na toll. Schon wieder ist es passiert. Das Chaos beherrschte mich und nicht ich das Chaos. Ich habe einen Schluesselanhaenger mit allen Schluesseln dran, also warum verdammt nochmal fehlt der Hausschluessel?
Voellig frustriert machte ich mich dann auf den Rueckweg und durchforstete jeden Winkel den ich mit dem Einkauf gegangen bin. Nichts.
Rein in den Supermarkt, schleichen durch die Gaenge, ja sogar alle Packungen, die ich im Schokoladenbereich angetastet hatte, bin ich nochmals durchgegangen. Der letzte Versuch: an der Kasse nachfragen ob der Schluessel gefunden wurde.
Als ob das was bringen wuerde, ich habe es mal wieder geschafft: ich habe am Tag des Einzuges meinen Schluessel verloren.
"Yes, we have found one".
Was? Meinte die Kassenfrau gerade, dass ein Schluessel gefunden wurde?
Zehn Sekunden Spaeter war ich der gluecklichste Mensch in 3053 (unsere PLZ) Melbourne. Schnell noch Nachhause, wieder umziehen und dann nichts wie los ins Melbourner Nachtleben! Nach dem zweitem Bier und angenehmer Atmosphaere hab ich mich dann beruhigt, das debile Grinsen konnte ich mir an besagten Abend zwischendurch sicher nicht verkneifen. Ein weiterer Tag der Chaosjule neigte sich dem Ende zu, gottseidank!
Am Sonntag hatte ich dann meinen ersten Kontakt zu einem Kaenguruh. Es war sehr schoen zart und rot und ueberhaupt nicht schleimig!
Nach kurzem Anbraten bin ich dann den naechsten Schritt zur Inkrementierung meines Kaenguruhzaehlers gegangen: was war das lecker!




Ein unglaublich zartes, mageres Fleisch mit einem sehr angenehmen Geschmack! Das Kocherlebnis war von einem Alarm getruebt, den
(dreimal duerft ihr raten wer.....ja es ist nicht schwer...folgt eurer Intuition) ich beim Kochen durch Nicht-Benutzung der Abzugshaube ausgeloest habe. Drei weitere kurze Alarme (einer bei einem anderen Mal kochen und zwei beim Oeffnen von Tueren, die fuer mich nicht DEUTLICH mit "Notausgang" oder dem englischen Aequivalent versehen waren) sollten in den naechsten Tagen folgen...
Da auch Lammfilet in Australien herrlich preiswert ist, habe ich meine ich meine Abwendung von der Fleischabstinenz erneut celebriert.
Unter der Woche war ich dann vor allem mit der Themenfindung beschaeftigt. Ja, ich habe endlich ein Thema, dem ich in den naechsten nunmehr Monaten hoffentlich den groeszten Teil meiner Aufmerksamkeit widmen kann! Ich beschaeftige mich in meinem Praktikum damit eine Methode zu finden, die bestimmen kann welche Metaheuristik fuer ein gegegebenes Problem die beste ist. Der Test dafuer sollte natuerlich so wenig wie moeglich Zeit in Anspruch nehmen und korrekt sein. Eine der Implikationen des No Free Lunch Theorems hat naemlich gezeigt, dass es nie eine Metaheuristik geben wird, die fuer alle Probleme besser ist als alle anderen. Die Frage ist also welche Heuristik zu waehlen ist bzw. fuer welche Problemklassen sicher ist, was am besten arbeitet.
Bahnhof? MetaWAS? Oke hier die verstaendliche metaphorische Erklaerung.
Jeder braucht essen. Aber isst jeder das gleiche gerne? Gibt es wirklich ein Essen, dass jedem schmeckt? Leider nicht (auch wenn das Coq au vin meiner Mutter bisher jeden ueberzeugt hat). Dementsprechend ist doch die interessante Frage wie man herausfinden kann, was jemanden am besten schmeckt, wenn derjenige es selbst nicht weisz. Ihm alles Zuessen vorzusetzen was moeglich ist und dann zu entscheiden ist nicht sinnvoll.
So das Essen sind nun die sogenannten Metaheuristiken und die Menschen sind natuerlich die Problem.
Wir haben also ein Problem (z.B wie ist der optimale Spielzug beim Schach?) und wissen nicht welche der moeglichen Loesungsstrategien (evolutionaere Algorithmen, Simulated Anealing, Tabu Search, Swarm Optimization) wir anwenden sollen.
Zusaetzlich sind noch die optimalen Parameter (wieviel Gewuerze beim Salz wie weit soll das Fleisch durchgebraten werden?) zu bestimmen.
Ich glaube weiter ins Detail gehe ich lieber nicht *g*. Momentan lese ich mich noch in die Problematik ein...

Das zweite Wochenende. Ausflug und BBQ mit Andy und Familie.
Andy und seine Frau Sue haben uns am 27.9. elf Uhr abgeholt und sind mit uns nach Sorrento gefahren. Bevor wir entspannt in einen Ausflug in die Schoenheit der australischen Strandlandschaft gehen konnten, haben wir uns am Abend zuvor in der Kueche maechtig ins Zeug gelegt!
Da wir nicht mit leeren Haenden zum BBQ erscheinen wollten, hat Guenni einen vegetarischen Nudelsalat und ich einen nichtvegetarischen Kartoffelsalat thueringer Art zubereitet.
Leider kann ich die Impressionen des wunderschoenen Strands an dem wir die rauhen Felsen langgeklettert sind nicht gebuehrend in bildlicher Form wiedergeben, da die Batterien meiner Digicam leider gestreikt haben :(
Hier die wenigen Bilder, die mir noch moeglich waren:





Weitere Bilder sind meinem Online-Fotoalbum zu entnehmen!
Beim abendlichen BBQ gab es kein Kaenguruhfleisch, dafuer aber viele andere leckere Gerichte, von den hervorragenden Salaten ganz zu schweigen!
Nach dem Fruehstueck am naechsten Tag sind wir dann zu einem Markt gefahren, bei dem wir uns hauptsaechlich bei der preiswerten Second-Hand-Buecher-Ecke aufgehalten haben und ueber Buecher wie "The Buddenbrucks" und "The Threepenny Opera" sehr gefreut haben :)
Andy hat uns dann zum Abschluss zu Weihnachten zu sich Nachhause eingeladen und gesagt, dass er gerne noch weitere Ausfluege mit uns unternehmen moechte. WOW!

Sport.
Endlich habe ich mal wieder Volleyball gespielt :) Das Training findet, wenn auch nur einmal in der Woche (am Mittwoch), statt und hat bisher Spasz gemacht. Ich werde am 18./19. Oktober sogar mit zu einem Turnier fahren, das in Mornington stattfindet. Immerhin kenne ich hier kaum wen und da sind Kontakte jeder Art erstmal gut :) Diesen Sonntag werde ich dann zum Badmintontraining gehen, was dann zwei- bis dreimal die Woche ist.
Auszerdem haben Guenni und ich schon die Tischtennisplatte in der Superwohnung eingeweiht und haben vor als Alternative zum bescheiden beschaemenden Fernsehen uns lieber die Baelle um die Ohren zu schlagen!

Sport im TV.
Der Tag an dem wir mit Andy und Sue unterwegs waren war der Tag des groszen Finales. Alles was ein Y-Chromosom hatte, stroemte zu den vielerorts aufgestellten Riesenleinwaenden oder gar ins Stadium um das Finale der Australian Football League (AFL) mit zu verfolgen.
Die Australier zelebrieren dieses Ereignis in aehnlicher Art und Weise wie die Amis den Superbowl.
Alles in allem also ein super Tag fuer einen Familienausflug auf ruhigen Straszen!

Sauna.
Momentan komme ich durch leichte Krankheit, die bereits im Ausklingen ist, nicht in den Genuss der warmen Lokalitaet, die ich zu allem Ueberfluss auch noch fuer mich ganz alleine habe. Bisher konnte ich die Saune jedoch schon viermal nutzen, wirklich eine feine Sache bei diesem teils nassen, teils windigen, teils noch nicht warmen Wetter!

0% fettfrei
Waehrend man in Deutschland auf einigen Lightprodukten mit nur 0,2% Fett wirbt, versuchen australische Produkte mit Fettfreiheit zu werben!
Die Milch ist dann zu 98% fettfrei, irgendwie witzig oder?

Meatpie.
Laesst man sich von der abstrusen Vorstellung einen Fleischkuchen zu verspeisen und der fragwuerdigen Optik dieser australischen Delikatesse
nicht abbringen, dann steht dem Genuss nichts im Wege. Ein Fleischkuchen ist allemale einen Verzehr wert!

Australier und Kartoffeln.
Sicherlich hat jeder von euch schon einmal davon gehoert, dass amerikanisch schwer verstaendlich sei, da die Bewohnenr leider immer einen Kaugummi im Mund haben. Australien hingegen besitzt eine beachtliche Vielfalt an Kartoffeln, die primaer dazu missbraucht wird, in den Mund zwecks Verschlechterung der Verstaendlichkeit eingefuehrt zu werden. Australier reden mit heiszen Kartoffeln im Mund, wirtklich gewoehnungsbeduerftig :)

Kein Playboy.
Viele Maenner werden ob der gut recherchierten Playboyinterviews sicher gewillt sein, einen Playboy von downunder kaufen zu wollen.
Australische Maenner stehen aber leider auf andere Formate, deswegen wurde der Playboy hier vor einiger zeit abgesetzt. Ueber alterntive Tipps zu Mitbringseln sind wir dankbar.

Abwaschen.
Wie oft habe ich schon darueber nachgedacht von Papptellern zu speisen um mir diese jaemmerliche Abwascharbeit (fuer alle Sonneberger Leser:
Aufspuelarbeit) zu ersparen? Da wir im Superappartment leider nicht in den Genuss einer Geschirrspuelmaschine gekommen sind, haben wir uns etwas ueberlegt. Sofort nach Benutzung des Speiseutensils, soll dieses gereinigt werden. Obwohl mir dieses Unterfangen in Magdeburg nicht geglueckt ist, wachse ich hier ueber mich hinaus!


Victoria Market
Um zwei groszartige Salate mit ausgezeichneten Zutaten zuzuberieten, haben wir erneut den Victoria Market aufgesucht und ich kann nunmehr auch ein paar Bilder dazu liefern:



Mitrechnen beim Einkaufen.
Waehrend man in Deutschland einen schnellen Blick und Gehirnakrobatik der besonderen Art zum Mitrechnen im Supermarkt benoetigt und oft erst nach dem Einkauf merkt, dass sich der liebenswuerdige Mensch an der Kasse als Saboteur/Saboteuse erwiesen hat, kann in Australien jederman das Kassengeschehen mitverfolgen, da eine grosze Anzeige fuer alle sichtbar ist und in verstaendlicher Weise alles bisher gekauft aufzeichnet. Unser Urteil: TOP!

Kippe gefaellig?
Bereits zu Beginn unserer Reise ist uns der niedrige Zigerettenkonsum der Australier positiv aufgefallen. Waehrend wir dies anfangs auf die horenten Preise geschoben haben, hat uns das Fernsehen mal wieder um Wissen bereichert.
In Australien laufen Antiraucherspots der besonderen Art im TV, seht am besten selbst:

Video1
Video2
Video3

Wie die Australier zur Zigerette danach stehen, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen.

Unser Appartment.
Nach vielfachen Wunsch, hier ein paar Bilder unserer Wohnung:






Unser Appartment wird uebrigens von YMCA verwaltet, ich bitte euch an dieser Stelle das Singen zu unterlassen! Ich musste es mir zu Beginn der Besichtigung verkneifen und kaempfe auch jetzt noch gegen dieses Beduerfnis.
Diese Verwaltungssituation bringt uns in die glueckliche Lage einen Pfarrer zum Beichten unserer Probleme verfuegbar zu haben.
Wer weisz wann wir ihn mal brauchen werden :)

Zeitumstellung.
Wieder einmal wurde uns eine Stunde geklaut, da gestern die Uhr von zwei Uhr auf drei Uhr umgestellt wurde. Wir haben also im Moment neun Stunden Zeitverzoegerung zu Deutschland, ab dem 26.10 dank der deutschen Zeitumstellung dann sogar zehn Stunden!

orange?
Abschlieszend moechte ich noch auf ein Problem aufmerksam machen.
In Australia erfreuen sich gewisse Schoko-Erdnuss-Leckerlis einer hohen Beliebtheit, sodass auch wir uns dazu hinreissen lieszen eine Packung der internationalen Koestlichkeit zu erwerben. Ein Aequivalent selbiger Packung ist auch in Deutschland erwerbbar. Beim Verzehr sind uns jedoch essentielle Fragen aufgekommen: gibt es in Deutschland auch ORANGE M&M's Peanut?
Fuer all jene die mir nunmehr die Moeglichkeiten der Nutzung des Internetes unter Verwendung von google vorschlagen, sei gesagt, dass ich diesbezueglich nichts unversucht gelassen habe und deswegen diese letzte Moeglichkeit ergreife um EUCH als Auszenreporter hinzuzuschalten.
Wer auch immer mir die Frage beantwortet, darf sich ueber ein Bild einer australischen M&M's Packung freuen!

Mein Fruehstueck.
Irgendwie hat mein Fruehstueck euch also nicht ueberzeugt.

Seis drum, ich habe aufgeloest :)

Werte fuer die Statistik.
Kaenguruhs gesehen: 1, davon gegessen: 1
Kaolas gesehen: 1, davon fuer haesslich befunden: 1

Spinnen gesehen: 2, habe aber ueber beide lachen koennen :)

So ich lese dann mal weiter!

Liebe Gruesze aus Down Under,
Julia

PS: Vielen lieben Dank fuer die Anrufe aus Deutschland, ich habe mich seeeeehr gefreut!!!

Mittwoch, 17. September 2008

Von Possuminati und anderen Begebenheiten

Jaja wie schnell die Zeit vergeht. Der letzte Blogeintrag ist schon lang genug her um wieder etwas neues zu berichten.

Womit fange ich nur an?
chronologisch. sinnlos. Lieber so wies mir einfaellt :)

der ultimative Wochenrueckblick.
Am Montag hatten wir also unseren offiziellen Antritt an der Uni. Zunaechst haben wir eine freundliche Dame (Mrs. Rose)
getroffen, die mit uns den ganzen Buerokratiekram durchgegangen ist und uns sozusagen unsere Rechte erklaert hat.
Viel gibts da nicht zu erklaeren, da wir an dieser Uni nicht Status eines Studenten sondern vielmehr den eines besuchenden Arbeiters oder
arbeitenden Besuchers (Gedankensprung 1: gibts da wirklich nen Unterschied? Sind wir nicht vielmehr versuchende Besuchende auf der Suche nach
Arbeit und Versuchung? Suchen wir noch oder versuchen wir schon? Habe ich einen Knoten im Hirn und meine Finger uebernehmen das Schreiben oder
bilde ich mir die philosophische Auseinandersetzung zu den Grenzen des Suchens und Versuchens nur ein?).
Ah mein Handy klingelt. Endlich befreit mich jemand von dem Gedankenwirrwarr.
Anschlieszend haben wir unseren Professor Saman Halgamuge das erste Mal getroffen und ihn beide gleich als sehr sympatisch empfunden.
Er hat uns dann in den Besprechungsraum eingeladen und dazu befragt was wir denn fuer ein Projekt machen wollen. Eher was theoretisch-mathematisches.
Aha. Er hatte schon einige Vorschlaege vorbereitet und uns gleich zu Beginn erklaert, dass wir uns auch gerne noch etwas neues einfallen lassen
koennen. Na das klingt doch schonmal gut! Auch wenn wir dann nicht ueber den Themensteller spaeter laestern koennen sondern wissen
dass wir alleine fuer alles verantwortlich sind. Saman (wir duerfen ihn dutzen, auch wenn das im Englischen nicht so bemerkenswert ist *g*)
hat uns dann noch einiges an der Uni gezeigt und unsere Kollegen vorgestellt. Viele indisch-pakistanische Namen und dazugehoerige Person folgten, die
alle einen sehr netten Eindruck gemacht haben. Unser Buero hat er uns dann auch gezeigt und uns nach dem ersten Niesen, das gefolgt von einer allergischen Staubreaktion war, erklaert, dass das nochmal sauber gemacht werden wird bevor wir dort arbeiten. Puh nochmal Glueck gehabt.
Nachdem wir uns am Melbourner Wohnungsmarkt umgesehen hatten, hatten wir auch vorgehabt nur noch saubere Raeume zu betreten.
Was macht man denn nun als erstes, wenn man an seinem Arbeitsplatz alleine gelassen wird? Klar. E-Mails checken.
Saman hat sich von da an sehr gut um uns gekuemmert und auch immer wieder nachgehakt wie weit wir denn mit der Wohnungssuche sind.

das Superappartment.
Am Donnerstag dann endlich konnten wir ihm die freudige Nachricht uebermitteln, dass wir eine Bleibe bis zum 1.2. haben!
Dem aufmerksamen Blogleser duerfte unsere Wohnentscheidung an dieser Stelle klar geworden sein: natuerlich das Superappartment.
Nachdem wir naemlich endlich festgestellt hatten, dass man sehr wohl in Australien billig einkaufen kann, haben wir uns entschieden mehr Geld
in hygienebewusstes Wohnen zu investieren.
Wir haben den Mietvertrag fuer die Wohnung zwar am Montag (15.9.) unterschrieben, koennen aber leider erst am darauffolgenden Freitag (inzwischen morgen) dort einziehen.
Da diese Uebergangszeit doch recht lange ist und vor allem laenger war als von uns und den Vormietern gedacht, haben uns diese kurzerhand in deren neue Wohnung eingeladen, in der wir uns ein Matratzenlager in einem Zimmer errichtet haben. Das ist wirklich supernett von den beiden Maedels, da wir uns dadurch das Geld fuer die Uebernachtung in der Jugendherberge sparen und das Geld in die Wohnungsgrundausstattung investieren konnten. Diese haben wir vorgestern im IKEA gekauft :)

Einkaufen in Melbourne.
Wie kommt es also, dass man in Melbourne guenstig einkaufen kann? Ein Geheimtipp sind jeweils die Hausmarken von unseren beiden
Lieblingsbilligsupermaerkten Coles und Safeway(Supermarktkette, die zu Woolworth[:Wollwoerd] gehoert).
Diese Produkte haben nebst nicht uebermaeszig tollen Geschmack einen viel besseren Preis als ihre Markenkonkurenten zu bieten.
Hier in Australien erscheint der Preisunterschied zwischen Marken- und Nichtmarkenprodukten etwas groeszer als in Deutschland, aber als ALDI-Einkaeufer bzw Student ist das kein Problem.



Aldi.
Yeah das gibts hier auch!


Victoria Market.
Da es bei Obst und Gemuese verstaendlicher Weise keine Hausmarken gibt, waren wir schon fruehzeitig auf der Suche nach einer Loesung.
Das wir diese aber gerade unserer Nase zu verdanken haben, wuerde hoechsten Grenouille (ich gruesze hiermit alle, die das auch im Deutschunterricht lesen mussten und meine Deutschlehrerin) klar sein. Da standen wir an der Bushaltestelle und waren in Entdeckungslaune. Da an der Ecke roch es so
wunderbar widerlich nach Fisch, dass wir einfach nachgucken mussten. Nebst allerlei "frischen" Fisch(die Persoenlichkeit einiger Fische war wohl zu spaeter Stunde schon recht ausgereift) gab es dort unglaublich viel frisches Obst und Gemuese und Fleisch und Eier und die altbekannten Ramschstaende. Wir hatten einen Wochenmarkt gefunden, der an fuenf Tagen die Woche geoeffnet war und von den meisten Melbournern dem Supermarkt vorgezogen wurde und BILLIGER war als jeder Supermarkt.

Sueszigkeiten.
Als Naschkatze in Deutschland bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend oft debil-laechelnd mit schokoladenverschmierten Mund vollkommen befriedigt vom letzten Geschmacksorgasmus (Oje, was schreibe ich da nur?) gesichtet worden.
Als Naschkatze in Australien bin ich schon durch so manchen Supermarkt gestreift und anschlieszend ueberzuckert-frustriert mit leerem Geldbeutel und minzverschmierten Mund vollkommen unbefriedigt gesichtet wurden.
Irgendwie habe ich auszer dem gutem italienischen Tiramisu noch nichts gefunden fuer das ich meine Figur gerne versauen wuerde.
Wer mit mir einen Streifzug durch die Naschregale des Safeway wagen will, dem soll dies als ein kleiner Vorgeschmack dienen (siehe Bild).
Milka luflee(nix Strich auf dem e, geht bei der Tastatur nicht) ist wirklich etwas tolles. aber wieso verdammt nochmal muss man die lecker.schokoladen.blasen innendrinne durch minzkrams ersetzen?
Guenni war tatsaechlich so mutig und hat sich eine Packung geholt. Wagemutig habe ich mir ein Stueck davon genommen und war vollkommen baff:
das eklichste Zeug, die perverseste Kreation seit es fritierte Marsriegel gibt, die Verstuemmelung einer gelungenen Schokoladenkomposition,
der Schandfleck der britischen Essenskultur, der Riegel schmeckte.

die Kuchen.
Wer haette gedacht, dass die Australier wahre Meister im Kuchenbacken sind und es wissen Torten so appetitlich zu gestalten, dass man trotz des
fragwuerdigen Preises und Kaloriengehaltes sich doch arg zusammenreissen muss, der Versuchung zu widerstehen? Die Torten- und Kuchenkreationen hier
erinnern mich an die Meisterwerke, die mich schon in Frankreich fasziniert hatten! Kleine kunstvolldekorierte Torte mit extraviel Schokolade und
Fruechten und Gitternetz und Kakao drueber...WOW

die Donuts.
Irgendwann musste es passieren. Man kann schlieszlich nicht von Fastfood umgeben sein und an zig Donutbuden vorbeilaufen ohne
nicht doch einmal einen Sechserpack zu holen. (so wahr ich hier schreibe, ich werde mir auch noch einmal einen Zwoelferpack kaufen)
Donuts, was sind das? Ein amerikanisches Kulturgut mit Loch in der Mitte? Vielleicht.
Fuer mich ein luftiges Gebaeck mit wahnsinnig leckerer kakaohaltiger Fettglasur. Zumindest wenn man denn einmal die Marke des Vertrauens gefunden hat,
denn Auswahl gibt es hier in Melbourne genug!
die jury hat gesprochen. und der sieger ist........krispy creme donuts. nicht fettig, schoen fluffig und die schokoladenglasur ist nicht zu dick
und zu suesz. Schade, dass es die bei uns nicht gibt. Wobei. Hmmmmmmm....

Uebergewicht.
Nach dem Erzaehlen uebers Essen musste das ja kommen. Die Australier haben nun den zweifelhaften Rekord inne, die fetteste Nation zu sein.
Bei einem Blick in die Straszenszenerie, die von Burgern, Donuts, Pizza und Kebab gepraegt ist, recht logisch.
Dennoch sehen wir das inzwischen etwas differenzierter.
Ja es gibt Menschen, die fern ab von Gut und Boese ihr kalorienhaltiges Leben in Australien fuehren. Aaaber es gibt auch noch
die Strohhalme, die komischerweise auch in der naehe von Fastfoodlaeden anzutreffen sind (vllt riechen die sich ja satt?)
Wie also an diesem Bild zu erkennen ist, ist die australische Bevoelkerung recht gemixt.


die australische Bevoelkerung.
Oje jetzt wirds schwammig. Keine Ahnung wer hier wirklich in Australien gebohren wurde oder nur hierher gekommen ist, um ein neues Leben anzufangen.
Hier tummeln sich viele Nationen und haben keinerlei Probleme mit dem Multikultilebeng oft in der zweitgroeszten Stadt Australiens.
Quandidativ stechen hier besonders die asiatischen Bevoelkerungsgruppen hervor. Vor allem an der Uni und auch in unserer neuen Superwohnung
sind sie zahlenmaeszig oft den anderen Nationen ueberlegen.

das Modebewusstsein der Melbourner.
Die Menschen hier geben sich definitv viel Muehe mit der Mode, viele Frauen koennten gerade dem neusten Modekatalog entsprungen sein.
Sobald es waermer wird, ziehts die Melbourner nicht nur raus aus ihren Behausungen sonder auch aus.
Am ersten windigen Sonnentag (24 Grad und herrlicher Sonnenschein) waren Frauen aller Gewichtsgruppen in superkurzen luftigen Kleidern unterwegs.
Dank des Windes wurde auch das Verhaeltnis manch einer Frau zur Unterbekleidung entlarvt. Ob die meisten davon ein gestoertes Verhaeltnis zur Unterwaesche haben oder sich ihrer schottischen Wurzeln entsinnen, bleibt ungeklaert. Nachforschungen werden ganz sicher nicht folgen.
Ich bin gespannt was die Melbourner tragen, wenn es wirklich warm wird *g*

Streifzuege durch das australische Fernsehprogramm.
Der australische Fernsehtag beginnt mit der taeglichen Botoxspritze der Moderatoren im Fruehstuecksfernsehen und einer anschlieszenden Reise durch
die schoensten Zahnverblendungen Australiens. Dank des netten australischen Englischs der meisten Moderatoren blieben uns Einzelheiten der Berichtserstattung erspart,
aber die Gestik (Mimik nicht immer vorhanden) spricht fuer sich.
Dass die Werbung etwas anders als in Deutschland (knalliger, bunter, fastfoodhaltiger) ist, ist sicher keine ueberraschung

die Suche nach dem Vokabeln.
Oh man diese verrueckten Aussis. Wieso sprechen die auch immer so? Und dann auch noch schnell. Und wenn man nachfragt, antworten sie genauso schnell nochmal.
Aber die eigene Suche nach Vokabeln begleitet uns schon ne ganze Weile.
Deswegen weisz ich Guennis Verfuegbarkeit in Vokabelfragen auch sehr zu schaetzen; wie gut dass dabei das Gegenueber nicht mitkriegt, was ich staendig fuer nen ******* frage :D
Allerdings muessen wir son bisschen aufpassen wann wir deutsch sprechen koennen und wann nicht.
Denn Saman hat zum Beispiel 10 Jahre in Deutschland gelebt und spricht verdammt gut deutsch. Also muss ich mir fuers Fluchen noch eine neue Sprache suchen. Mit viel Glueck komme ich also zurueck nach Deutschland und habe mein franzoesisches Fluchvokabular verbessert. Ein Vorteil am franzoesischen ist auch, dass selbst die groeszte Beleidigung wie ein inniger Liebesbrief klingt.
Bei vielen Begriffen gibt es sehr seltsame Uebersetzungen.
Man kennt inzwischen die Wort-fuer-Wort-Uebersetzungen von google und co.
Ich habe mir immer vorgestellt wie ich im Ausland fuer die Verwendung dieser Uebersetzungen ausgelacht, verspottet oder wahlweise gesteinigt werde.
Das erstaunlich ist nunmehr, dass man manchmal damit durchkommt.
Die fruehlichgsrolle ist auch hier eine fruehlingsrolle (=spring roll).
Sleepingbag ist *ueberraschung* der Schlafsack.
Nur mit "my hair stands to the mountain" koennen die Aussis nix anfangen.
Vielleicht werden wir uns aber ihrer annehmen und ein paar solcher Redewendungen hier etablieren...
Und ueberhaupt kommt man sich mit dem Schulenglisch manchmal wie ein Dorftrotel vor.
In der Schule wurde uns beigebracht ueber die EU und die Integrationsprobleme der Oststaaten zu reden, ueber die schwierige Zeit der Pubertaet zu diskutieren und alle Drogen im englischsprachigen Raum zu benennen.
Seltsamer weise sind dies aber nicht die bevorzugten Themen der Australier im Alltag, dort geht es vornehmlich um smalltalk.
Unser erstes Smalltalk-Fettnaepfchen lag unueberwindbar am Boden des Kassenbereichs im Supermarkt. Mit der Motivation schnell zu bezahlen um in der Jugendherberge weiter Tischtennis spielen zu koennen, haben wir den Kassenbereich betreten.
Und da lauerte es auf uns. Der Kassierer fragte tatsaechlich zu Beginn "How are you?".
Aber was sagt man darauf? Sollte ich ihm Einblick in die Tiefe meiner Gefuehlswelt gewehren, ihm ein verschuechtertes Laecheln entgegnen, mit Ignoranz strafen oder leise kichern?
Zahl ichs im gar mit einer Gegenfrage heim?
Vllt ist dieses "Wie gehts" eine rhetorische Frage und jegliche Reaktiondarauf unerwuenscht ja gar verpoehnt? Vllt denken ueber solche Sachen auch nur Auslaender nach.
Fuer mich hatte diese Situation einiges an Verwirrtheit mitgebracht. Ich habe irgendwas deutsches gemurmelt und schnell mein geld herausgekramt und den Laden so schnell wie moeglich verlassen. Fuer eine clevere Vorgehensweise fuer die Zukunft waere ich dankbar.

Kontakt zu einheimischen Tieren.

Der Hausmeister hatte sich bei unserem Rundgang sehr veraergert gegenueber solchen Tierchen gezeigt, die hier auf dem Campus, man verzeihe mir den Ausdruck, alles zukacken.
Es wurde schon oefter versucht das eine oder andere Possum vom Unigelaende zu entfernen und es weiter auszerhalb auszusetzen. Aber die niedlichen Tierchen fanden immer wieder den Weg zurueck. Auf dem Heimweg am selben Tag liefen uns dann zwei beim "University square" ueber den Weg. Wirklich niedlich diese kleinen Tierchen :)
Bereits am naechsten Abend stand uns eine Begegnung anderer Art bevor.
Ich wollte mir zu spaeter Stunde im Buero noch einen Tee holen und musste beim Eintritt in die Kueche aeuszerst weiblich quiecken und laut nach Guenns Hilfe schreien. Ich erblickte am Fenster ein Possum und war echt erschrocken was es in der Kueche zu suchen hatte.
Das Possum war mindestens genauso erschrocken und verkruemmelte sich schnell.
Sei Besuch blieb jedoch nicht ohne Folgen, hatte das niedliche Tierchen die Kueche doch als Ablagestelle fuer gewisse gelblich stinkende Fluessigkeiten genutzt. Waer haette gedacht, dass ein so niedliches Tierchen so fies urinieren kann? War echt ne tolle Arbeit das alles wieder wegzumachen...
Egal ob nun pissend oder durch den Uniplatz laufend, ich finde Possuminati(Possumse oder Possums klingt doof, Possuminati jedoch verschwoererisch (Ich gruesze auf diesem Wege Aiman Abdallah und stehe fuer ein Interview bereit)) dennoch suesz :)




Julia und die Tischtennisgangs.
Eine Herausforderung nach der naechsten erwartete mich an der Tischtennisplatte unserer Jugendherberge.
Besonders in Erinnerung sind mir dabei die netten Englaender geblieben, die sich, so woertlich,
fuer den 2.Weltkrieg rechen wollten. oh man. Als ich dann auf das Thema Europameisterschaft im Fuszball zu sprechen kam, fanden sie das nicht mehr so lustig.
Ansonsten haben wir Leute vieler Nationen an der Tischtennisplatte getroffen und sehr viel Spasz gehabt. Deswegen freue ich mich auch bald schon das neue Appartment beziehen zu koennen, denn dort gibt es wieder eine Tischtennisplatte im Keller!

Aussis und der Sport.
Australier lieber Wrestling. Die Gedanken sind frei, ich verkneifs mir irgendeine Meinung.
Cricket. Oehm also es sieht schon laecherlich aus wenn viele gut gebaute starke Maenner so nen seltsamen Sport machen (aber wer weisz was Maenner ueber fuszballspielende Frauen denken).
Ich hoffe mich bald in das Unisportleben integrieren zu koennen, da unser Appartment sehr nah an der Uni liegt, werde ich mich naechste Woche um die Einschreibung in Kurse bemuehen.

das Wetter.
In den letzten beiden Wochen hatten wir in Melbourne durchschnittlich 15 Grad, davon einen Tag mit 24 Grad und ansonsten auch einige wirklich kuehle Tage. Die Temperaturen sind hier ganz in Ordnung (wenn man denn genug Pullover dabeihat *mist*) wenn da nicht immer dieser Wind waere! Andy hat uns zu Beginn eine Weisheit ueber das Wetter hier mitgegeben, die ich an dieser Stelle loswerden moechte:
"Wenn du das Wetter in Melbourne nicht magst, dann warte 15 Minuten"

das Melbourner Metcardsystem.
Wenn man hier ein Ticket fuer Zone 1 erwirbt, dann kann man innerhalb der ersten Zone (die riesengrosz ist und die wir auch noch nicht durchbrochen haben) mit Zug, Bahn oder Straszenbahn fahren. Eine Super Sache! Auszerdem fahren alle paar Minuten Straszenbahnen. Selbst wenn man eine verpasst, muss man also nur wenige Minuten warten. Schade, dass es sowas nicht in Magdeburg gibt :(

Sontiges.
Zigeretten sind hier wirklich unheimlich teuer (8 Euro fuer eine Packung), deswegen rauchen nur wenige Australier. Das Rauchen ist auszerdem nicht in Kneipen oder Bars gestattet.

Am billigsten wird der Einkauf, wenn man statt der 1l-Milchpackung zum unhandlichen Dreiliterkanister greift, Zucker im Zweikilobeutel und Reis im Zehnkilosack kauft. Ich habe selten so viele Groszpackungen von Lebensmitteln in einem normalen Supermarkt gesehen!

Vegemite. sieht aus wie Nutella. So bin ich ja auch ueberhaupt erst dazu gekommen. Schmeckt aber wie Gemuesebruehe, Possumscheisse und noch irgendwas unbestimmbar Ekliges. Ich hab mir da ne kleine ecke aufs Toastbrot gemacht, aber das hat schon gereicht! Igiit, niiiieee wieder!

Die Milch schmeckt hier sehr viel besser und heiszes Wasser ist ausm Heiszwasserboiler immer verfuegbar.

In den meisten Touristenbroschueren wird die kulinarische Vielfalt von Melbourne gelobt. Bisher habe ich das Essen in Melbourne jedoch nicht gerade gelobt, jedoch muss ich ehrlich gestehen, dass es hier eine riesen Auswahl gibt! Jede hier ansaessige Kultur (und das sind sehr viele) bietet die landestypischen Spezialitaeten an! Gerade vom Sushi hier bin ich sehr angetan, sehr preiswert und suuuper lecker!

In Melbourne ist was sehr viel los, viele junge Leute tummeln sich abends und am Wochenende in den Straszen. Viele Szenecafes und Restaurants laden zum Verweilen ein und werden von uns den einen oder anderen Besuch zu erwarten haben. Naechste Wochen werden wir mit einigen Kollegen aus dem Buero einen trinken gehen, darauf freue ich mich schon!

Soo dann wars das schon von mir. Keine Kaenguruhs, keine Koalas und keine giftigen Spinnen. Noch nicht *g*

Julia

PS: Die vermehrte Verwendung von Bild- und Videomaterial ist als ein Entgegenkommen meinerseits auf die Kritik der Leser zu sehen. Sollte mehr oder weniger davon gewuenscht werden, so erbitte ich eine Mitteilung.

Freitag, 5. September 2008

After eight - die feine englische Art

Nachdem sich nunmehr schon einige verwundert wegen meiner Onlinezeiten zu Wort gemeldet haben, will ich diesen hiermit Erleuchtung verschaffen.
Die Zeitverschiebung betraegt momentan acht Stunden. Fuer alle Freunde schwer zu merkender Esselsbruecken und fuer all jene, die sich zu ihrer Schokoladenaffinitaet bekennen: einfach wie after eight. nach acht. Also hinkt Deutschland acht Stunden hinterher.
Melbourne ist also der Deutschland bezueglich der Zeit weit voraus.
Nur bezueglich der Zeit? Mein erster Eindruck von der Anwaerterstadt auf den Titel zur australischen Hauptstadt wurde vor allem von Ermuedungserscheinungen und viel zu vielen Menschen gemischt mit hektischem Straszentreiben bestimmt.
Nach ein paar Tagen kann ich schon ein anderes Fazit ziehen:

PRO Melbourne

Tokyo Hotel.
Hier kennt NOCH keiner Tokyo Hotel. Als wir von einigen gefragt wurden von wo genau wir denn aus Deutschland kommen, blickten wir bei der Antwort in ahnungslose Gesichter. In der Naehe von Berlin. "Ah Berlin, wonderful City". Wieso die australische Jugend also noch nicht den Kajalstift und die Elektrizitaetsschockfrisur fuer sich entdeckt hat, ist ein Raetsel. Weitere Nachforschungen werden folgen.

Gruen.
In Melbourne gibt es einige schoene Ecken; viele Parks und Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Orientierung.
Sich in Melbourne zurecht zu finden ist mit Googlemaps und der Kenntnis von zwei Hauptstraszen, die sich durch die erschlieszenswerten Teile der Stadt ziehen, prinzipiell einfach moeglich. Jedoch schwer zu finden sind(siehe Contra)

(Mehr schoenes gibt es sicherlich zu entdecken, Berichte werden folgen.


nicht ganz so PRO

Zwischenorientierungspunkte.
Man merkt sich ja auf dem Weg allerhand und meint dann an diesem oder jeden Geschaeft vorbei gekommen zu sein. Dieses Geschaeft sollte jedoch kein McDonald's oder Hungry Jack's(die australische Variante von Burger King) oder gar ein anderer Fastfoodladen sein. Denn diese Geschaefte gibt es an jeder Ecke. So wollten wir gestern von unserer ersten Wohnungsbesichtigung zuruecklaufen. Als wir beim vermeindlich richtigen McDonald's recht abgebogen sind, hatten wir jedoch verloren.

Das Essen.
Wenn die Australier etwas machen, dann eben richtig. Ist der Kuchen noch zu trocken, wir in die Mitte pure Butter oder pures Fett gespritzt. Hauptsache Kalorien. Milch mit 8% Fett ist kein Problem, denn in Australien muss man nicht auf sein Gewicht achten. Minzsoszenkreationen schmuecken auszerdem bedenklich viele Gerichte und tragen zum freiwilligen fruehzeitigen Rueckzug der Geschmacksnerven bei. Als Alternative zum Supermarkt laden viele nette Junkfoodlaeden ein. Die Perversion wird sogar so weit getrieben, dass es an der Uni keine Kantine gibt, sondern im sogenannten Union House nur Fast-Food-Laeden und einen groszen Dunkin-Donut-Laden.

Das Geld.
Obwohl die kleinste australische Muenze ein 5-Cent-Stueck ist, sind viele Preise nicht durch fuenf teilbar. Man behilft sich, indem man die Preis entsprechend auf- oder abrundet. So werden aus $5,67 nunmehr $5,65, wohingegen fuer einen Einkauf von $5,68 durch Aufrundung $5,70 bezahlt werden muessen. Zunaechst fanden wir das reichlich merkwuerdig, inzwischen stehen wir kurz vor einem Durchbruch bei der Erstellung eines mathematischen Konzeptes, dass uns auf Dauer viel Geld sparen laesst, indem nur abzurundende Gesamtpreise angestrebt werden. Ich werde in Zukunft also vermerken wieviel Plus wir durch Abrundungen gemacht haben.
--> Aktueller Stand: 2 Cent (Hehe, Kleinvieh macht auch Mist!)

Die Preise.
Als wenn das Zahlungsmittel nicht schon Problem genug waere, sind auch die Preise Gegenstand einiger veraergerter Blicke. Frische Sachen wie Obst und Gemuese sind hier viel teurer, frische Milch und Nutella ebenso. Man muss schon sehr lange suchen bis man etwas findet, was in Deutschland teurer ist. Noch sind wir nicht fuendig geworden; den interessierten Leser halten wir jedoch gerne auf dem Laufenden. Weiterhin ist festzustellen, dass eine Mahlzeit bei McDonald's billiger, obwohl teurer als in Deutschland, ist als ein sehr einfaches selbstgekochtes Essen.

Die Mietpreise.
Sie verdienen zweifelsohne einen eigenen Unterpunkt. Zu Beginn unserer Mietrecherchen sind wir auf Preise ab $130 gestoszen. Gut, dachten wir uns. Das ist doch recht billig. Nach weiterer Recherche stellte sich dann heraus, dass alle Preise pro Woche angegeben werden. Wieso ist klar: so klingt das ganze schon nach viel weniger. Cleverer waere es nur noch den Tages-, Minuten- oder gar Sekundenpreis anzugeben...
$130 entsprechen zur Zeit 76,45 Euro (natuerlich auf Fuenferstellen ABgerundet), also einem monatlichen Preis von 305.90 (System versagt, Fuenferstelle AUFgerundet). Die Mieten gehen also ab 300 Euro pro Person (da Einzelzimmmer) los! Gegenden, die solche Mieten verlangen, sind leider hauptsaechlich auszerhalb der Uninaehe zu finden. Lediglich eine Wohnung mit geringer Entfernung zur Uni wurde fuer $80 pro Person pro Woche angeboten. Wie dieser Preis zustande kommt, war nach der heutigen Besichtigung klar. Der vollstaendige Verzicht auf jedwedge(gibts das Wort?) Rennovierung sowie Reinigungsmittel macht sich eben doch finanziell bemerkbar und ist dennoch nicht immer empfehlenswert. Das Ergebnis (=den Schimmel)haette ich nicht einmal zu Schulzeiten in der Fruehstuecksbrotdose heranzuechten koennen.
Wir haben inzwischen gute Aussicht ein Appartment mit zwei getrennten! Betten zu finden, das auch nur $157 pro Woche oder vllt sogar etwas weniger kostet. Das ganze ist in einem Gebaeudekomplex gelegen, der nur zehn bis 15 Minuten von der Uni zu Fusz unterwegs ist und in dem ausschlieszlich Studenten wohnen duerfen. Da wir an der Uni arbeiten, haben wir eine gute Chance dort ab Montag wohnen zu duerfen. Der Gebaeudekomplex beinhaltet auch eine Saune, einen Swimmingpool, ein Fitnessstudio, Tischtennisplatten....auch wenn das natuerlich keiner der Gruende war, der uns zur Mietentscheidung bewegt haben. Das Appartment ist eine Wohnung fuer nur zwei Personen, mit eigenem Bad und Kueche und einem Aufenthaltsraum mit Lernmoeglichkeiten und einem Schlafzimmer. Die Wohnung ist moebliert und sauber. Der Preis, der monatlich 370 Euro sind natuerlich wirklich viel, aber unter dem Preis kriegt man fast nichts, vor allem nicht in Uninaehe und der Qualitaet. Wir fragen uns immernoch wie das preislich ueberhaupt moeglich ist. Erklaerbar ist dies vllt durch staatliche Subventionen oder Unigelder....?
Wir haben also noch vor bis Montag in der Jugendherberge zu bleiben und werden dann am Montag in die Uni zu unserem Prof und den restlichen Uni-Buerokratiekrams erledigen und danach hoffentlich im Superappartment einziehen koennen.
Die Wohnung kann jedoch nur bis Februar gemietet werden, danach muesste sie um ein ganzes Jahr verlaengert werden. Also muessen wir im Februar wieder umziehen. Jetzt wirds verrueckt: wir werden zurueck in die Jugendherberge ziehen, denn dort bezahlt man fuer eine Woche $130, also weniger als fuer die meisten Mietwohnungen- oder Zimmer, die jedoch weit auszerhalb des Zentrums liegen. Wohingegen die Jugendherberge, bei der wir im Moment residieren, mitten im Zentrum liegt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele ihre ganze Zeit in der Jugendherberge uebernachten und somit einige Gestalten hier schon seit mehreren Jahren! in einer Jugendherberge geblieben sind! Immerhin gibt es hier einen riesen Aufenthaltsraum mit Superriesenfernseher und einen groszen Kochbereich mit zur Verfuegung stehendem Geschirr und Pfannen. Von der Tischtennisplatte mal ganz abgesehen.
Wir haben aber heute am schwarzen Brett noch drei neue Anzeigen entdeckt und werden diese checken.

So das wars dann erstmal von mir. Wir haben inzwischen einige Leute hier kennen gelernt und feiern heute Abend den Abschied eines sehr netten Paares, da dieses bald in eine teure Wohnung ziehen. Sie ist aus Polen und hat guten Bueffelgradvodka mitgebracht, Na zdrowie :P

NEUHIGKEITEN: Das Veggie delight sandwich kostet bei Subways weniger als in Deutschland, soweit mein Auszenkorrespondent Guenn mit den neusten Neuhigkeiten!

PS:
Koalas gestreichelt, Spinnen getoetet und Kaenguruhs gesehen: null

Dienstag, 2. September 2008

Wer ist dieser Jetlag und wieso nervt er mich gerade?

Nachdem ich die letzten beiden Pruefungen hinter mich gebracht habe, war nur wenig Zeit zur Entspannung.
Ein Tag in Berlin und die Hochzeit meiner Schwester und stundenlanges chaotisches Packen standen an.
Die ersten beiden "Projekte" waren erholsam und sehr schoen und super Gelegenheiten sich nach wochenlangem Mensa-und-abends-nur-Fastfood-oder-Brot-Essen richtig den Bauch vollzuschlagen! Direkt von der Hochzeit
in Kassel gings dann mit meinen Eltern und Schatzi zurueck nach Magdeburg, wo das hecktische Treiben in die naechste Runde gehen sollte. Pappkisten sind schnell gekauft und aufgebaut, aber sie zu fuellen erwies sich als knifflige AUfgabe, die nicht nur meine Geduld sondern auch die Nerven meiner Mutter sehr auf die Probe stellte. Aber was soll man machen, wenn man in fuenf Tagen nach Australien fliegt und die Wohnung bis dahin ordnungsgemaesz verlassen haben soll? Dank der tatkraeftigen Unterstuetzung meiner Eltern und meines Freundes war Donnerstag das ganze Chaos in Kisten verteilt und die liebevoll von mir in der Pruefungszeit mit ultradeckender Farbe angebrachten Leuchstreifen nach zweimaligem Darueberstreichen verschwunden. Das Zimmer war also das erste Mal seit ich darin wohnte sauber, wirklich ueberall sauber. Stolz bin ich auf letzteres freilich nicht, aber ich werde auch nicht muede Besserung zu geloben und finde dennoch ein Zitat, dass mein Opa geschickt hat, sehr zutreffend:

"CHAOS IST KREATIVITÄT AUF DER SUCHE NACH FORM."

Die letzten Tage ab Freitag vergingen wie im Flug, die eine oder andere Verabschiedung stand an. Komisch wie leicht es einem faellt "tschuesz und bis in einem halben Jahr" zu sagen und wie schnell einem dann doch bewusst wird wie sehr jeder einzelne fehlt. Dreas Alliterationsalarm, Lockes und Bias Phallus, Christian's liebe zu falsch gesetzten Apostrophen (hier sind die ja alle richtig), Hagens Sarkasmus, .... und natuerlich meine Familie und meinen Freund!
Ich vermisse euch alle jetzt schon wirklich sehr und bin gespannt was ihr in dem halben Jahr treibt :)
Ich hoer jetzt auch auf in Erinnerungen zu schwelgen, aber bei 30 Stunden Anreise, die man fast auf sich alleine gestellt ist, spuken viele Gedanken im Kopf herum.
Anreise. Ach da war doch was. Chaos, wer haette das gedacht? Als ich dann nach viereinhalbstuendiger Zugfahrt am Frankfurter Flughafen eingetroffen bin und Guenni (meinen Leidensgenossen fuer die naechsten sechs Monate) gefunden habe, gingen schon die Probleme los:
- wohin muessen wir?
- wie war das nochmal mit dem Einchecken?
- wie krieg ich nur diese verdammt Spritze in meinen Bauch waehrend ich auf einem voellig versiften Klo sitze, komische Tussen von Klozelle zu Klozelle philosophieren(also ueber den Sinn des Lebens(=Einkaufen) reden)und ich mir mit zittriger Hand erneut meine riesengrosze Angst vor Spritzen eingestehen muss? (ich habe mich aufgrund einer gewissen Anfaelligkeite zu Thrombose vor dem Flug spritzen muessen)
- wie kriege ich all das Essen mit was ich fuer den Weg eingepackt habe?
- und wie passe ich nachdem ich alles gegessen habe noch in die ohnehin schon viel-zu-engen Kompressionsstruempfe?
Alle Probleme haben wir irgendwie bewaeltigt und konnten uns dann auf unseren Flug nach Melbourne freuen.
Das Flugzeug. Technische Daten und Typbezeichnungen lass ich einfach mal weg und komm zum wirklich wichtigen: es gab Fernseher in den Sitzen und wirklich viele tolle Filme. Das Essen war ganz oke, im Nachhinein ist mir schon etwas schlecht davon, aber der Nachtisch war meistens super :)
Umsteigen mussten wir in Dubai wo wir auch das erste Mal in einen riesengroszen Duty-free-bereich einkaufen konnten, dies dann aber doch aus Mangel an Geld und Platz im (Hand-)Gepaeck doch gelassen haben. Nach Dubai kam der anstrengenste Teil des Fluges: 13 undeinpaarzerquetschte Stunden! Bilanz:
- 9 Filme angefangen zu gucken
* vier davon bis zum Schluss
- 4 mal warm gegessen, davon zweimal eine Extraportion nach dezentem Nachfragen
- 23 mal Fuesze eingeschlafen, davon:
* 16 mal der rechte und 10 mal der linke (links war die Armlehne meines Vordermannes, der mich mit einigen boesen Blicken fuer die Teilnutzung des von ihm als Auflageflaeche fuer seinen Arm preferierten Gegenstandes gestraft hat)
- 78 mal geflucht, dass ich jetzt in diesem Fugzeug sitze
- und mich viel zu oft gefragt habe, wieso ich unbedingt nach Australien wollte.

Nachdem wir auch die letzten Flugqualen ueberstanden hatten sind wir nach genauer Inspektion unseres Gepaeckes von einem Kollegen meines Vaters abgeholt wurden, der uns dann auch ins Zentrum von Melbourne und zur Jugendherberge gefahren hat. Keine Ahnung wie wir sonst voellig schlaftrunken und balla im Hirn dort angekommen waeren. Liebe Gruesze an dieser Stelle an Andy und danke fuer alles! In der Jugendherberge standen wir dann einem groszem mathematischem Durchbruch bevor: die Rechung fuer drei Uebernachtungen fuer uns beide sollte $237 kosten, doch wieviel muss dann jeder einzelne von uns bezahlen? Das ist nicht nur hohe Mathematik, das macht einen nach so vielen schlaflosen Stunden wirklich zu schaffen!
Wir waren dann noch mit Andy einen Kaffee trinken und haben uns nett mit ihm unterhalten. Von seinem Vorschlag den ersten Tag so lange wie moeglich wach zu bleiben (wir waren 6 Uhr morgens in Melbourne angekommen) hielten wir wenig spaeter in der Jugendherberge nicht mehr allzu viel. Ich habe fuenfeinhalb Stunden geschlafen und haette doch noch deutlich laenger gekonnt, aber irgendwie muss man in diesen australischen Tagesablauf reinkommen. Seit dem haben wir noch beratschlagt wie wir die naechsten Tage mit der Wohnungssuche und dem Kauf einer Telefonkarte vorgehen und uns einen 24-Stunden-Internet-Zugang in der Jugendherberge verschafft. Wahrend Guenni seine E-Mails checkte und sich auf Online-Wohnungssuche machte, habe ich einen Chinesen an der Tischtennisplatte im Aufenthaltsraum um ein Spiel gebeten. Daraus wurde ein erbitterter einstuendiger Kampf, der von vielen Ballsuchaktionen und diversen Geruechen aus dem ohne Wand abgetrennten Kochbereich begleitet wurde. Diese Bewegung tat wirklich gut und hat mich ermutigt danach unter die kalte!(das warme wasser funktioniert angeblich nur im Moment nicht) gesprungen. Mit der Jugendherberge koennen wir ansonsten recht zufrieden sein, hier sind viele junge Leute aus allen Nationen und viel Geschirr und Toepfe in der Kueche ermoeglichem es jedem dort zu kochen. Alles in allem also ne super Sache.
So langsam beginne ich mich an den Gedanken hier noch ne Weile zu bleiben, zu gewoehnen. Melbourne ist zwar ne Riesenstadt, aber irgendwie fuchsen wir uns da durch!
Morgen gehts um acht los zum Telefonkartenkauf und dann gleich zu diversen Schwarzen Brettern an der Uni um bald eine Bleibe zu haben.
Diesen Blogeintrag mache ich von meinem neuen Rechner aus, den ich seit kurzem mein Eigen nennen darf.
Ich habe meinen alten acer ad akta gelegt und mir nach drei Jahren intensiver Dauerbenutzung einen neuen Acer gegoennt :) Das nervigste stand jedoch mit der Einrichtung und Installation der noetigen Programme an.
Ueber meine Neukauf-Entschiedung bin ich bisher sehr gluecklich auch wenn mir die Essens- und Trinkreste zwischen den Tasten wohl fehlen werden :)

Das Wetter in Melbourne ist im Moment echt noch scheisse: 15 Grad und Regen!

Zu guterletzt noch eine letzte Zwischenbilanz:
- Kaenguruhs gesehen: 0
- Koalas getoetet: 0
- giftige Spinnen gestreichelt: 0
- Tage bis Rueckflug: immernoch zu schwer zu berechnen (wer kann schon eine genaue Anzahl von Tagen bis zum 28.2 berechnen?)

Spezielle Gruesze freudiger Erwartung gehen an den guten Igor ohne dessen Beistand ich es viel schwerer gehabt haette.

Machts gut,
Julia

Mittwoch, 6. August 2008

Aller Anfang ist schwer

Vielleicht kennt ihr das ja:
Ihr habt ein groszes weiszes Blatt vor euch und wisst, dass ihr es gleich in etwas mit Aussagekraft verwandeln sollt?
Aller Anfang ist schwer und um gleich das Niwo zu heben und euch ein Gefuehl zu vermitteln wie es zur Zeit um mich bestellt ist, folgt eine Variation des Goetheschen Eingangsmonologes aus Faust.

Habe nun, ach! Natuerlichsprachliche Systeme1,
Formalsprachliche Modelle biologischer Prozesse,
Informationsextration und Neuronale Netze/Fuzzy Systeme,
Und leider auch Softwarequalitaetsmanagement
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Abiturient, heiße Vordipl-Inf gar
Und ziehe schon an die drei Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Die Magdeburger an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als noch zuvor,
als Erstis, Zweitis und gar mancher Tor;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel-
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab ich mich nem anderen Kontinent ergeben,
Ob mir durch Kaenguruhs Kraft und Koalas Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,


Befluegelt von solch poetischen Worten, werde ich nun eine Uebersicht der getanen Dinge der letzten Zeit preisgeben:

  • gepackte Kisten: 4
  • Sachen in gepackten Kisten gesucht und diese dabei komplett durchwuehlt: 9
  • von Personen Abschied genommen: 7
  • versucht Englisch zu reden: 4,5 Stunden
  • Erkundigungen wegen neuem Laptop eingeholt: viel zu oft
  • gelernt: viel zu selten
  • Kaffeekonsum: steigt exponentiell
  • Colakonsum: steigt exponentieller
  • aufs Visum gewartet: seit nem Monat
  • Flug bereits gebucht: seit 2 Monaten
  • Zeit mit Schatzi verbracht: viel zu selten
  • Besuch im Zoo: 2h, davon 1,99999999 Stunden Tiere bemitleidet
  • Baden im Neustedter: 2x, davon 1x Nacktbaden
  • Mich auf Alptraeume mit australischen Riesenspinnen vorbereitet: Jede Nacht
  • ..und in den letzten beiden Monaten habe ich mindestens zweimal aufgeraeumt :)
  • Mietvertrag gekuendigt: erledigt
  • Reisepass geholt: erledigt
  • Abmeldung von Zweitwohnsitz aus Magdeburg: offen (ich hasse die langen Wartezeiten im Buergerbuero)
  • Verabschiedung von meiner Mathegruppe: erledigt (bisher nur zwei Bestechungsversuche zur Onlineuebertragung meiner Uebung naechstes Semester)
  • Abgeben der Stundenzettel meiner Uebung: bedauerlicher Weise immernoch offen
  • Kontakt zum Sand beim Beachen: noch viel bedauerlichererererer Weise offen
  • Pruefungen geschafft: 3
  • Pruefungen zu absolvieren: 2
  • Lust fuer Pruefungen zu lernen: noch offen
  • Tage bis zum Abflug: 25
  • Tage bis zur Wiederkehr: zu kompliziert zu berechnen
  • Koalas gestreichelt: 0
  • Kaenguruhs gesehen: 0
Soo das wars dann erstmal von mir. Ich hoffe, dass ich die letzten Wochen in Magdeburg wirklich genieszen kann und zu meiner alten Produktivitaet zurueckfinde :)

Ganz liebe Gruesze aus Magdeburg,
Julia