Dienstag, 27. Januar 2009

Mein erster Reisebericht: Tasmanien

Lange Rede kurzer Sinn, los gehts :)

Am Dienstag den 13. bin ich brav frueh in die Uni gegangen um mich mit Karten fuer Tasmanien und einem Wetterbericht zu bewaffnen. Gegen 13 Uhr ging es dann gen Unildoge in Swanston Street, von wo aus ich vom Airport Shuttle abgeholt werden sollte. 13 Uhr bekam ich einen Anruf von Jetbus, dass der Fahrer gleich da ist. "Super" dachte ich, klingt nach einer vernuenftigen Verkehrsgesellschaft die obendrein in meinen Internetrecherchen die guenstigste war. Wenige Minuten und Meter spaeter stand ich dann am Haltepunkt und wartete. Und wartete. Und bekam wieder einen Anruf von Jetbus. Wo ich denn waere, weil das Shuttle schon da ist. Ich konnte aber nichts von dem Shuttle sehen und bin dann alle moeglichen Winkel des Unilodge abgelaufen. Die noch nette Telefonfrau versicherte mir, dass der Bus da sei, gab mir das Kennzeichen und eine Beschreibung. Nix. Huh? Ich sollte in der Swanston Street am Unilodge gegenueber Melbourne University abgeholt werden? Die Frau meinte, dass meine Angaben stimmen und bat mich nochmal darum meine Augen zu benutzen. Nee immernoch nix. Die ehemals nette Frau meinte ich solle weitersuchen. Oehm ja klar, was genau soll ich machen? Rein gehen? Auf der Toilette suchen? Mir nen Doener nebenan kaufen? Beim naechsten Anruf bat sie mich dann vllt etwas weiter vom Unilodge Hotel wegzulaufen. Okay. Am soweit waermsten Tag (40°C) bewaffnete ich mich also mit meinem Gepaeck und wanderte die Strasze runterwaerts gen Stadt. Ich habe beim naechsten Anruf der Frau dann nochmal darum gebeten zu bestaettigen, dass ich an der Haltestelle von der Universitaet Melbourne warten solle. Sie bestaetigte nochmal. Ungefaehr jetzt habe ich mich verarscht gefuehlt und gemerkt wie die Wut und die Verwunderung in mir hochkam. Jetzt griff ich zum Telefon, bestaetigte nochmal meinen Standort und bat sie mir die genaue Adresse durchzugeben. 303 Swanston Street. Okay, ich befand mich in 805 Swanston Street. Irgendwas stimmte also nicht. Sie meinte dann am Telefon, dass der Fahrer nur noch kurz auf mich warten koenne, da die anderen Gaeste sonst ihren Flug verpassen. Dafuer hatte ich natuerlich verstaendnis, ich bat darum mir noch fuenf Minuten zu geben. Mit dem Gepaeck bewaffnet rannte ich durch die Hitze Melbourne und hoffte, dass sobald grosze Nummernspruenge kommen, denn sonst wuerde ich das nie schaffen. Nach acht Minuten kam ich dann im Stadtzentrum an und erspaete nahe Melbourne Central ebenfalls ein Unilodge Zeichen. Die Adresse stimmte ueberein, ich hatte also meinen Abholpunkt erreicht. Vom Shuttle war natuerlich nichts mehr zu sehen. "Ruhig bleiben Julia". Ich habe mir also eine Bank im Schatten gesucht und bin innerlich ausgerastet. Nach einem weiteren Griff zum Telefon habe ich dann der damals netten Frau am Telefon mitgeteilt, dass ich nun am Unilodge in der Swanston Street bin. Ich habe ihr weiterhin mitgeteilt, dass das nicht gegenueber Melbourne University sei, sondern gegenueber von RMIT University und ich habe sie darauf hingewiesen, dass es zwei Unilodge in Swanston Street gibt. Sie sagte mir, dass das nicht moeglich sei und fuegte schnell hinzu, dass Jetbus nicht fuer die Folgekosten meines Shuttleverpassens aufkommen. Die Kacke war also am Dampfen. "Wann kommt denn das naechste Shuttle?". In einer Stunde und zwanzig Minuten. Ich durchwuehle meine Flugpapiere und stelle fest, dass mein Flug zwar erst 16:25 Uhr geht, ich aber laut Internet zwei Stunden vorher zum Check-In da sein soll. Das naechste Shuttle wuerde erst 45 Minuten vor Abflug am Flufhafen antreffen. Also habe ich beschlossen der netten Frau noch eine Chance zu geben und bat sie darum im Internet fuer mich ausfindig zu machen, ob man auch noch 45 Minuten vorher einchecken koenne. Waehrend also das Guthaben meines Handys immer weiter runter ging, versuchte sich die Jetbuslady an der Benutzung von google. Sie koennte nichts dazu finden. Ja nee is klar, man findet keine Kontaktnummer zu Tiger Airways. Wieso auch, die Airline habe ich mir bestimmt genauso ausgedacht wie das zweite Unilodge in Swanston Street. Und Tasmanien gibts auch nicht, alles meine Schuld, weil ich, wie die Telefonfrau meinte, vorher besser haette recherchieren sollen. Ich habe meine Augen benutzt und bin jeden Tag auf den Weg zur Uni an dem nicht existierenden Unilodge vorbeigelaufen. Soll ich dieser Frau, die weder die Stadtekarte von Melbourne zu lesen weisz, noch eine Kontaktnummer mit google finden kann, wirklich noch eine Chance geben. Ich habe ihr also die Suchwoerter fuer google diktiert und so konnte ich endlich bei der Airline anrufen. Bei der kostenpflichtigen Nummer ging keiner ans Telefon und ich wurde stattdessen mit einer Bandansage abgefertigt. Diese hat dann angesagt, dass die Checkins ausnahmslos 45 Minuten vor Abflug geschlossen werden. Super, ich konnte also nicht das naechste Shuttle nehmen. Ich landete wieder auf der Bank und war verzweifelt. Irgendwie muss man mir das auch angesehen haben, weil meine Kurzzeitbanknachbarin mich gefragt hat obs mir nicht gut geht. Sie hatte dann noch eine Loesung fuer das Problem und verwies auf die Moeglichkeit eines Taxis. Ja, daran hatte ich auch schon gedacht, es aber auch Geldgruende zunaechst ausgeschlossen. An der Ampel erspaete ich ein Taxi, bedankte mich bei meiner Kurzzeitbanknachbarin und rannte los. Der Taxifahrer war sehr nett und nach 10 Minuten hatte sich dann herausgestellt, dass er auch etwas in die Informatikrichtung studiert hat und bei ihm im Lande keinen Job bekommen konnte. Eine Lebensgeschichte und zehn Minuten spaeter war ich dann schon am Airport angekommen und bekam noch einen zehn Dollar Rabatt, weil mich der Taxifahrer nett fand und er obenhin lobte, dass ich als Frau sowas studiere. Durch die kurze immernoch 40°C Hitze gings dann in den Airport bei dem ich fuenf Minuten spaeter eincheckte und mich mit einem Beruhigungschai ans Abflugterminal setzte. Es kann nur besser werden. Wie oft sagt man das eigentlich und greift richtig in die Scheisse?
Der Flug verlief problemlos und brachte gen Ende mich und alle anderen Passagiere zum Lachen. Die Maschine hatte Turbolenzen und fiel durch ein Luftloch "kurz runter". Was fuer ein geiles Gribbeln!
In Hobart habe ich das Airportshuttle zum Hostel genommen und auf dem Zimmer eine meiner fuenf Zimmergenossinnen kennengelernt. Zusei aus Suedkorea hat mich dann abends zum Hafen begleitet. Sie war richtig verwundert wie schoen Hobart in der Nacht ist und wir hatten einen schoenen Abend an dem wir viel ueber allerlei geplaudert haben. Zusei ist die erste gut englisch sprechende Asiatin, die ich hier soweit kennen gelernt habe, ich habe also mal nicht in die Scheisse gegriffen :)
Anschlieszend gings zurueck ins Youth Hostel, in dem wir das billigste Bier der Stadt genossen und ein paar Ansaessige und Brandon trafen. Gen elf sind wir dann ins Bett, da 7:30 Uhr unsere Touren starteten.

Der erste Tag.




Endlich ging also Tasmanien fuer mich richtig los.
Ich wurde mit einem Kleinbus abgeholt und gleich gings weiter um die restlichen Mitstreiter einzusacken. Unser Tourguide war Nathan und er hatte bisher kaum etwas erzaehlt. Ich sasz waehrend der gesamten Tour vorne als Beifahrer und war fuer die Unterhaltung von Nathan, die Bereitstellung von Essen (Niemand kann sich mit angucken, wie Nathan versucht Chips zu essen und alles ueber seinem Holzfellerhemd zerkruemmelt und mit fettigen kleinen Patschehaendchen versucht mehr Chips aus der Tuete herauszukriegen, aber dann nicht schafft seine Hand aus der Tuete zu entfernen). Nathan kam gerade von einer Reise aus Suedamerika zurueck, wo er die letzten paar Jahre verbracht hatte um in Chille und Argentinien Straszenkindern englisch beizubringen und sich mit der Arbeit in Hostels ueber Wasser gehalten hat. Nathan war irgendwie kein Tourguide fuer uns, wir haben ihn immer nur liebevoll untereinander "Fahrer" genannte, denn von alleine hat er kaum etwas erzaehlt. Das ganze war also keine Tour im klassischen Sinne, vllt war es ja genau deswegen so schoen erholsam? Fragen hat Nathan jedenfalls super beantwortet, wenn er etwas nicht wusste, dann hatten wir immer noch unsere beiden Alleswisser Justin und Geroin :)
Am ersten Tag stand dann viel Fahrerei auf dem Plan und wir wurden gelegentlich von Nathan aus dem Bus gekickt um mit ihm stillschweigend das eine oder andere sehenswerte zu bestaunen.




Wir. Wir waren ingesamt 9 Leute:



Johannes(25), Student der Robotik, aus Oesterreich,
Ina(27), Studentin BWL, aus Deutschland,
Rachel und Whyman(so um die 27), in Australien Englisch Studierende, aus Hong Kong,
Geroin(Wie ich spaeter herausfand 53. Wir hatten wirklich Probleme ihr Alter einzuschaetzen, da sie sich sehr jung kleidete und ordendlich vom Marathonlaufen durchtrainiert war. Natuerlich hat sich keiner getraut sie zu fragen. Als ich am Abend im Pub dann eine Wette verloren hatte, musste ich leider ran. Ich habs auch wie ich finde ganz witzig angestellt zu fragen: "Geroin, du bist doch so viel rumgereist, du hast doch bestimmt auch einige tolle Stempel im Reisepass vorzuweisen? Ich habe gehoert, dass man in Japan sogar eine wunderbare Extraseite bekommt. Kann ich mir denn da deinen Reisepass mal anschauen?". Was ich eigentlich gemacht habe, ist mir auf der ersten Seite ihr Geburtsdatum anzusehen. Naja oke, vllt haette es noch intelligentere Moeglichkeiten zu gegeben: "Sachma Geroin, koenntest du eigentlich meine Mutter sein?". "He Geroin, in China kriegt man doch Tiere anhand seines Geburtsjahres zugewiesen, was bist du denn? (Das waere immerhin gut gewesen um eine Antwortemoeglichkeiten auszuschlieszen)...aber letzten Endes ists dann eben der Reisepass geworden *g*), Ex-Extrem-Marathon-Laeuferin und japnisch-chinesisch sprechendes Sprachwunder und klugscheissende Nervensaege, aus Australien,
Justin(29), steuerpruefender pfadfinderner Beamter, aus Schottland,
Lisa(33), arbeitaufgebende und auswanderungswillige Ex-Tourismus-Angestellte, aus England,
Hans(24), Student der Politikwissenschaft und BWL, aus den Niederlanden
und Julia(21), teils Studierende und teils Studentin, aus Deutschland.
Wer hat eigentlich gesagt, dass man Menschen nicht in kurzen Worten beschreiben kann? Irgendwie habe ich auf der Reise ein kleines Stueckchen Lebensgeschichte von jedem mitbekommen, schon seltsam was fuer unterschiedlichen Menschen man auf so einer Reise begegnet. Teils interessant, teils nervig und teils einfach nur langweilig. Und wenn es abends ans Essenmachen geht, wird aus neun Einzelpersoenlichkeiten ploetzliche eine Gruppe :)
Ich fand unsere Reisegruppe sehr gut, wir sind alle bestens miteiander klar gekommen und hatten viel Spasz! Spasz, oke, vllt sollte ich mal weiter erzaehlen :)
...
Endlich mal wenig Deutsche, yiha noch ein Indikator, dafuer dass dieser Trip keine schlechte Idee war. Der erste Indikator war uebrigens das Bier am ersten Abend, preiswert und seeehr lecker!
Gegen fuenf haben wir dann in Queenstown angehalten und wurden mit der Bedeutung eines "Bogans" (Landei) vertraut gemacht. Was fuer eine verschlaffene kleine Stadt, was fuer seltsame Leute. Nathan meinte, wenn man in dieser Stadt gebohren wird, dann stirbt man da auch. Aber nicht ohne sich vorher mit einem Familienmitglied fortzupflanzen. (Daher bekam Launceston, dass wir dann spaeter besuchten, auch den Spitznamen Inceston)
Da wir eine Kueche am Uebernachtungsort fuer die naechsten zwei Naechte zur Verfuegung hatten, beschlossen wir gemeinsam zu kochen. Der eine sollte die Tute Fertigsosze halten und der andere das Wasser erwaermen oder so :) Das Kochen war unter Zuhilfenahme eines Bieres sehr gesellig und alle lauschten erfuerchtig Hans Tipps zur Vermeidung von Brocken in der Fertigsuppe.



Da unser Uebernachtungsort Tullah an einem See gelegen war, kamen einige wenige Bekloppte natuerlich auf die Idee in diesem kalten Ding baden zu muessen. Natuerlich war ich dabei. Begleitet von Ina und Hans, wagte ich mich also in den See. Nach einer Zeit wurde es im Wasser ganz gemuetlich und Hans beharte immer wieder darauf, dass das Wasser 20 Zentimeter warm waere. Bei Ina und mir hat das nur zu einem doofen Grinsen gefuehrt *g*
Der See war in einem Tal gelegen, dass von mehrern Bergen gebildet wurde, was fuer ein wunderbarer Anblick beim Schwimmen!
Der letzte Punkt auf der Tagesordnung war dann die Planung des morgendlichen Duschvorganges, der bei drei Frauen und einer Dusche pro Zimmer einer ordendlichen Koordination bedurfte. Am naechsten Morgen musste ich dann mit Erschrecken feststellen, dass es Frauen gibt, die sehr viel laenger als ich im Bad brauchen und auch nach den eingeplanten 25 Minuten nicht fertig sind. Da ich die letzte in der Badwarteschlange war, musste ich die Zeit wieder rausholen. Fuer mein versuchtes Planen eines Ablaufes hatte ich dann auch meinen Ruf weg. Ich war die Plan-lady. Natuerlich hatten die Maenner kein Verstaendnis fuer solch uebertriebene Planwirtschaft, alle maennlichen Mitstreiter begannen voellig verschlafen und etwas vom kurzen Wasser-ins-Gesicht-spritzen fuenf Minuten vorm vereinbarten Abmarschtermin an. Wir haben es nicht einmal in den fuenf Tagen geschafft, puenktlich abzureisen und genau das sicher Teil des Urlaubsgefuehls :)

Sooo der zweite Tag ging also los.



Am ersten Zwischenziel angekommen, blickten wir auf eine riesengrosze Sandmauer. Nach ein Paar Schritten in die richtige Richtung haben wir dann festgestellt, dass es sich um eine Sandduene handelt. Nach einem steilen Weg bergauf zur Sandduene, der ewig lange gedauert hat und sehr anstrengend war, hat Hans dann ein Boogieboard gefunden und beschlossen sandsurfen zu gehen. Die anderen sind schon zugelaufen und ich habe aufgepasst und Bilder davon gemacht wie sich ein Niederlaender steil bergabwaerts stuerzt.



Natuerlich habe ich es dann auch probiert und fand das Erlebnis sehr toll! Die Angst vergeht schnell, weil der Widerstand durch den Sand so grosz ist, dass man nicht allzu viel Geschwindigkeit erreicht. Weiter gings zum Gruppenblid und dann sandsurfender Weise die Duene runter zum Bus zurueck. Als naechstes stand eine dreistuendige Wanderung zu den "Montezuma falls" an, die durch den gemaeszigten Anstieg und interessante Mitreisende doch recht kurz erschien.





Nach gefuehlten 20 Minuten und 30 Schlammloechern (natuerlich hat es kurz vorher noch einmal geregnet) kam dann eine grosze Haengebruecke, auf die alle wie bekloppt losgerannt sind um Springen in der gleichen Frequenz zu erproben. Auf dem Rueckweg haben wir dann auch das Schild entdeckt, dass ein Maximum von zwei Erwachsenen gleichzeitig vorschreibt....hmm ja. Die Montezuma-Faelle sind nicht allzu grosz ausgefallen, da der Sommer bisher mit wenig Regen fuer die Region verbunden war. So habe ich mit ein paar anderen zusammen die Gelegenheit genutzt, viele sinnlose Bilder zu machen und an den klitschigen Felsen dem Wasserfallanfang ein bisschen entgegen zu krabbeln.
Schon gings auch wieder zurueck nach Tullah in die Kueche, in der an diesem Abend die Chinesinnen ihre Kochkuenste unter Beweis stellten. Einige Bier spaeter sind dann alle in die Betten verschwunden und der naechste mit Verspaetungen im Bad und immernoch mir am Ende der Warteschlange stehende Tag begann.

Der dritte Tage.
Auf gings zu Cradle Mountain. Nathan hatte uns natuerlich nicht vorgewarnt, was uns wettertechnisch dort erwarten wuerde. So habe ich an diesem Tag beschlossen meine Jeans zu tragen und es spaetestens das Flussbett bergaufwaerts stapfend bereut.




Als wir dort ankamen, war es nicht nur saukalt, nein es hat auch noch geregnet und war ordendlich windig. Zu allem Ueberfluss schnee-regnete es auch und auf der Spitze des Berges war Schnee zu sehen. Klasse. Nachdem wir also die letzten beiden Tage Temperaturen 25°C bis 35°C hatten, fanden wir uns ploetzlich in mitten einer Schnee-Regen-Kaelte wieder. Einige wenige Glueckliche waren auch auf dieses Wetter vorbereitet und zogen sich ihre Wanderausruestung ueber. Haette ich nicht eine Jacke von Johannes bekommen, die den Wind gebrochen hat, waers mir richtig dreckig gegangen. Gluecklicherweise habe ich meine auf dem Victoriamarkt erstandene Muetze dabei und habe noch einen Schal von Geroin bekommen. Auf gings zum Rundgang um den See. An einen der Wegpunkte haben wir dann ein Zeichen fuer eine andere Route entdeckt und unseren Tourguide auch einmal als solchen gebraucht und nachgefragt.



Ziemlich steil, sehr windig und nichts fuer Kletteranfaenger. Super, Johannes, Hans und ich hatten also unsere Entscheidung getroffen und verabschiedeten uns von den anderen. Hoch gings im Flussbett, dass von Schiefersteinen ausgeschmueckt war und meine Fuesze unter Wasser setzte. Da prasselte der Fluss also runter und wir liefen mitten drin steil hoch. Am ersten Gipfel angekommen, wehte ein eisiger Wind und weiter gings zum naechsthoeheren Gipfel am schmalen Gebirgskam entlang. Dass es die ganze Zeit windig war und geschneeregnet hat, werde ich ab jetzt der Einfachheit halber nicht mehr erwaehnen, es war aber echt uebel! Ab dem naechsten Gipfel kam dann die naechste Herausforderung dazu: es ging steil den berg hoch und da keine vernuenftigen Trittspuren mehr da waren, mussten wir uns an der einer Kette hochhangeln. Sehr geil! Am vorerst hoechsten Berg angekommen, haben wir dann eine wunderbare Aussicht genossen, typische Bergsteigerfotos gemacht, den verschneiten Gipfel fotografiert und uns entschlossen aufgrund der guten Zeitlage noch weiter zu laufen. Nach zehn Minuten mussten wir dann aus Zeitgruenden umdrehen und waeren doch noch so gerne weitergelaufen. Der Weg bergab war dann richtig schwierig, Konzentratin war gefragt nicht auf einem der spitzen Steien auszurutschen. Da kletterte ich also mit meinen nassen Jeans, geborgten Sachen und Fuszballhallenschuhen ohne Grip herum und fand es einfach nur toll! Wir haben unsere Tour nicht einmal bereut, und das obwohl wir danach nicht allzu viel von unseren Beinen spueren konnten und schleunigst aus unseren Klamotten rausmussten, bevor uns die im 5°C unten zu arg zusetzten. Ich glaube so sehr habe ich schon lange nicht mehr gefroren, ein ganz netter Kontrast also zu den 40°C in Melbourne :)




Danach gings zum naechsten Ausflugspunkt und vorher noch zu einem kurzen Zwischenstopp an einer Raststelle, deren Handtrockenblasegeraet ich dann fuer 10 Minuten okupierte. Eine halbe Stunde spaeter fuehren wir durch strahlenden Sonnenschein und fanden uns in 26°C von einem blauen Himmel umgeben vor.
Der naechste Stopp war dann eine Honigverkostung, die ich zum exzessiven Schokolade-mit-Honig-statt-Zucker-Konsum benutzt habe um mich in Stimmung auf die kommende Lachsverkostung zu bringen. Dort wurden wir dann von zwei Deutschen, die nach Tasmanien auswanderten, um eine Lachfarm aufzumachen, begrueszt und konnten den sueszen Honiggeschmack beseitigen :)





Schon gings weiter gen Launceston alian Inceston. Hier haben wir Whyman, Rachel und Ina verabschiedet und abends nach einer Erkundung oertlicher Besonderheiten wie sprechender Kissen in der Innenstadt, den Pub aufgemischt.




Ich habe die Gelegenheit genutzt um Lisa mit deutschen Trinksitten vertraut zu machen und ihr dabei die Wichtigkeit des in-die-Augen-Schauens noch einmal eindringlich gemacht. Fuer Lisa war das damit auch gleichzeitig ein Abend der Erkenntnis, da sie die letzten sieben Jahr wohl nicht allzu gluecklich in dieser gewissen Hinsicht verbracht hat. Jaja und wieder ein Stueckchen Lebensgeschichte :) Aso und keine Details!


Tag Vier
Nach einer leckeren Kaeseverkostung in Priscilla, ging es dann auf zur Erklimmung des Aussichtspunktes, von dem aus wir den "Bay of Fire" (Ich hoffe wirklich, dass er so heiszt) sehen konnten. Damit nicht genug, wir wollten diesen hochgelobten Strand auch sehen!
Auf gings zu einem steilen Weg bergab, der dafuer sorgte, dass auch wirklich alle Fruehstueckskalorien und auch das kleinste bisschen unverzichtbare Nutella verbrannt wurden. Am Strand haben wir uns alle wieder mit einer dicken Sonnencremeschicht eingeschmiert und uns in 2cm-kalte-Vergenuegen gestuerzt.
Danach gings dann zum Einkaufen der Zutaten fuers allabendliche Kochen und gen Bicheno.
Dort hatten wir dann ein Super-BBQ und brachen zur Abenddaemmerung zum Strand auf. Still auf einem Felsen verharrend, hofften wir, dass unser Nathan keinen Scheiss erzaehlt hat, und wirklich gleich die Pinguine von "Pinguin Island" zurueck zu ihren Behausungen am Strand kommen. Als es stockduster war, sahen wir dann kleine leuchtend-weisze Flaechen die sich nach Adaption der Augen an die Dunkelheit als Minipinguine herausgestellten hatten. Nathan hatte Recht und die Pinguine sind im wahrsten Sinne des Wortes zwischen unseren Beine durchgelaufen. Wir haben die niedlichen Tierchen dann noch ein ganzes Stueck begleitet, dabei den wunderschoenen Sternenhimmel bewundert, den man in Melbourne natuerlich nicht zu sehen bekommt, und versucht die Pinguine zu fotografieren. Leider haette Blitzlicht die Pinguine zurueck ins Wasser verschreckt, drum waren Hans und Johannes mit Rotlicht bewaffnet zehn Minuten eifrig dabei Bilder zu machen. Meine Bilder sind leider nichts geworden, aber ich hoffe, dass sich jetzt das rote Licht auf den kleinen Pinguinen erklaert. Wenn ihr ueberhaupt die Pinguine erkennen koennt.



Nach weiteren erbitterten Fotoversuchen haben wir dann beschlossen den letzten Abend richtig einen drauf zu machen. Mit extraviel Bier und einer guten Fleischgrundlage bewaffnet, begaben wir uns in den Gemeinschaftsfernsehraum, in dem eine Spezialausgabe der in Australien gedrehten Serie McLeods Toechter uns auch das letzte bisschen Lebenskraft aussaugte. Enttaeuschend frueh und kaputt gings dann ins Bett um den letzten Tag frisch zu erleben.

Tag fuenf.
Jaja der letzte Tag. Julia packt schoen brav ihre Sachen zusammen. Hmm komisch, der Haarknaeul sieht aber seltsam aus. Moment. SCHOCK. Eine riesengrosze Spinne (Ja, ich weisz, dass ich da auch nicht objektiv bin) sasz auf der Tuete, in der ich die ganze Zeit rumgekramt habe. Ich springe als ins andere Ende des Raumes und mache das, was eine Frau in der Situation einfach tun muss. Ich schreie so laut und histerisch wie ich kann. Die arme Spinne blieb voellig verstoert auf der Tuete sitzen und Lisa versuchte mich zu beruhigen. Irgendwie muss Nathan meinen Schrei wohl gehoert haben (Jeder, aber auch jeder im Umkreis von einen Kilometer hat es, nur Johannes unter der Dusche war von den Erzaehlungen der anderen ueberrascht. War echt lustig als die anderen beim Fruehstueck eingetroffen sind und gefragt haben "Sagt mal, habt ihr vorhin auch was schreien gehoert? Was war das denn?") und kam zur Hilfe geeilt. Er hat das Tier entfernt und mich zitternd zurueck gelassen. Bisher bin ich doch so wunderbar den Spinnen entkommen, WIESO musste das jetzt sein? Wieso meine Tuete? Ein wenig spaeter habe ich dann sogar bereut kein Foto von der Spinne gemacht zu haben, ich glaube das ist als Zeichen zu deuten, dass ich die Spinne verarbeitet habe.
Auf dem Nachhauseweg gings dann zum letzten Zwischenstopp zu einem wunderbaren Tier-Naturpark, in dem wir tasmanische Teufel und andere ansaessige und uns bisher verborgen gebliebene Tiere bestaunen konnten.







Wir kamen dann nach einer langen Heimfahrt voellig verspaetet in Hobart an und haben uns sogleich fuer eine Stunde spaeter im Pub verabredet. Da saszen wir dann alle zusammen und haben noch ueber die eine oder andere lustige Begebenheit resumiert und Emailadressen ausgetauscht.

Am naechsten Morgen habe ich dann zwar verschlafen, mein Busshuttle zum Hobarter Flughafen aber puenktlich bekommen. Der Rueckflug hielt zum Ende hin ein bekanntes Ereignis parat: waehren der letzte Flug nur einen sehr kurzen Bauchkribbelanfall bereithielt, war diesmal der Fall etwas laenger und das Bauchkribbeln recht ordendlich! Auch diesmal hat das Flugpublikum entsetzt gelacht und war danach sehr entspannt. Schon alleine deswegen ist so ein Flug also empfehlenswert :)

Am Flughafen in Melbourne aussteigend die naechste Ueberraschung: Hitze! 36 Grad ueberraschten mich und waren mir alles andere als behilflich bei der Suche nach dem Airportshuttle der Firma Jetbus. Dieses Mal habe ich gleich angerufen und nachgefragt welchen Domnestic Airport sie meinen, wer weisz schon wieviele es diesmal davon gibt. Die Frau hat mir dann das Kennzeichen des Shuttles durchgegeben und so stand ich in der Hitze und wartete auf das schwarze Automobil. Doch es kam nichts. Natuerlich habe ich noch zwei-dreimal bei der Frau angerufen und nachgefragt, der Fahrer ist wohl einfach zu spaet dran gewesen. Nach 40 Minuten warten und keiner Aussicht auf ein Shuttle, kam dann ein Inder um die Ecke mit einer kleiner Aufschrift auf seinem Hemd, die verrieht, dass er fuer die Firma Jetbus arbeitet. Er geleitete mich dann zum silbrigen Auto mit vollkommen anderen Kennzeichen und ohne irgendeinen Schriftzug, der auf die Firma hinweisen koennte. Ich mag diese Firma nicht. Die andere Mitreisenden des Shuttles waren ebenfalls nur wenig ueber das Warten und umstaendliche Finden des Shuttles erfreut und erzaehlten mir ueber aehnliche Erfahrungen wie die auf meiner Hinreise. Auch wenn das Shuttle mich bis vor die Haustuer gefahren hat, das naechste Mal bezahle ich drei Dollar mehr und nehme die Busse der Stadt, die grosz, rot und gut gekennzeichnet sind!

Alles in allem war Tasmanien wirklich wunderbar, irgendwie wie Australien im Kleinen. Wenn ich noch einmal nach Australien kommen sollte, dann werde ich definitiv mehr Zeit in Tasmanien verbringen, dass mit seiner wunderschoenen Landschaft und den angenehmen Temperaturen ein super Ausflugsziel fuer alle Aktivurlauber ist. Ich hatte sehr bewegte fuenf Tage und war froh, dass ich das Buero verlassen habe :)
Ich freue mich schon sehr auf die Ostkueste, auch wenn die Temperaturen dort etwas zu warm fuer mich sind, hoffe ich doch die richtigen Reisen geplant zu haben, um an meine guten Erfahrungen in Tasmanien anknuepfen zu koennen.

Am Mittwoch (21.1.09) ging es dann abends fuer Kent, Guenni und mich zu den Australian Open, wo wir bis frueh um eins den juengsten Gewinner eines Matches bei den Australian Open beim Verlieren zuschauten :)




Am Donnerstag und Freitag habe ich dann noch einmal ordendlich fuer die Uni rangeklotzt, ich bin mit dem Stand der Dinge sehr zufrieden!

Am Freitag ging es dann zum Strandhaus von Kents Eltern in Dromana, wo wir viel gutes Essen hatten und in der Gegend golfen waren und am Sonntag Abend dann das haifreie Wasser unsicher machten :) Boogieboarden ist schon eine tolle Sache, jetzt verstehe ich auch diese ganzen scheinbar Bekloppten, die auf die perfekte Welle warten!

Heute habe ich dann die Fluege und Busverbindungen zur Ostkuestenreise gebucht, die ich naechsten Donnerstag (5.2.) antreten werde.

Ich berichte dann bald wieder, erstmal muessen sich meine Haende von der mehr als zweistuendigen Schreibarbeit erholen :)
Auszerdem brauche ich Schlaf, da mich morgen Arbeit erwartet und 38°C schon einen kuehlen Kopf erfordern! Das hat man uebrigens davon, wenn man sich ueber den kuehlsten Sommer seit sieben Jahren in Melbourne beschwert: Dienstag: 38°C, Mittwoch 41°C und die folgenden drei Tage: 40°C. Wahrscheinlich werde ich mich in den naechsten Tagen oefter in die aufgrund des Semesterbeginns sicherlich voellig ueberfuellte Bibo begeben :)

Auf ein Erwachen ohne Spinnen,
Julia

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