Nachdem sich nunmehr schon einige verwundert wegen meiner Onlinezeiten zu Wort gemeldet haben, will ich diesen hiermit Erleuchtung verschaffen.
Die Zeitverschiebung betraegt momentan acht Stunden. Fuer alle Freunde schwer zu merkender Esselsbruecken und fuer all jene, die sich zu ihrer Schokoladenaffinitaet bekennen: einfach wie after eight. nach acht. Also hinkt Deutschland acht Stunden hinterher.
Melbourne ist also der Deutschland bezueglich der Zeit weit voraus.
Nur bezueglich der Zeit? Mein erster Eindruck von der Anwaerterstadt auf den Titel zur australischen Hauptstadt wurde vor allem von Ermuedungserscheinungen und viel zu vielen Menschen gemischt mit hektischem Straszentreiben bestimmt.
Nach ein paar Tagen kann ich schon ein anderes Fazit ziehen:
PRO Melbourne
Tokyo Hotel.
Hier kennt NOCH keiner Tokyo Hotel. Als wir von einigen gefragt wurden von wo genau wir denn aus Deutschland kommen, blickten wir bei der Antwort in ahnungslose Gesichter. In der Naehe von Berlin. "Ah Berlin, wonderful City". Wieso die australische Jugend also noch nicht den Kajalstift und die Elektrizitaetsschockfrisur fuer sich entdeckt hat, ist ein Raetsel. Weitere Nachforschungen werden folgen.
Gruen.
In Melbourne gibt es einige schoene Ecken; viele Parks und Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.
Orientierung.
Sich in Melbourne zurecht zu finden ist mit Googlemaps und der Kenntnis von zwei Hauptstraszen, die sich durch die erschlieszenswerten Teile der Stadt ziehen, prinzipiell einfach moeglich. Jedoch schwer zu finden sind(siehe Contra)
(Mehr schoenes gibt es sicherlich zu entdecken, Berichte werden folgen.
nicht ganz so PRO
Zwischenorientierungspunkte.
Man merkt sich ja auf dem Weg allerhand und meint dann an diesem oder jeden Geschaeft vorbei gekommen zu sein. Dieses Geschaeft sollte jedoch kein McDonald's oder Hungry Jack's(die australische Variante von Burger King) oder gar ein anderer Fastfoodladen sein. Denn diese Geschaefte gibt es an jeder Ecke. So wollten wir gestern von unserer ersten Wohnungsbesichtigung zuruecklaufen. Als wir beim vermeindlich richtigen McDonald's recht abgebogen sind, hatten wir jedoch verloren.
Das Essen.
Wenn die Australier etwas machen, dann eben richtig. Ist der Kuchen noch zu trocken, wir in die Mitte pure Butter oder pures Fett gespritzt. Hauptsache Kalorien. Milch mit 8% Fett ist kein Problem, denn in Australien muss man nicht auf sein Gewicht achten. Minzsoszenkreationen schmuecken auszerdem bedenklich viele Gerichte und tragen zum freiwilligen fruehzeitigen Rueckzug der Geschmacksnerven bei. Als Alternative zum Supermarkt laden viele nette Junkfoodlaeden ein. Die Perversion wird sogar so weit getrieben, dass es an der Uni keine Kantine gibt, sondern im sogenannten Union House nur Fast-Food-Laeden und einen groszen Dunkin-Donut-Laden.
Das Geld.
Obwohl die kleinste australische Muenze ein 5-Cent-Stueck ist, sind viele Preise nicht durch fuenf teilbar. Man behilft sich, indem man die Preis entsprechend auf- oder abrundet. So werden aus $5,67 nunmehr $5,65, wohingegen fuer einen Einkauf von $5,68 durch Aufrundung $5,70 bezahlt werden muessen. Zunaechst fanden wir das reichlich merkwuerdig, inzwischen stehen wir kurz vor einem Durchbruch bei der Erstellung eines mathematischen Konzeptes, dass uns auf Dauer viel Geld sparen laesst, indem nur abzurundende Gesamtpreise angestrebt werden. Ich werde in Zukunft also vermerken wieviel Plus wir durch Abrundungen gemacht haben.
--> Aktueller Stand: 2 Cent (Hehe, Kleinvieh macht auch Mist!)
Die Preise.
Als wenn das Zahlungsmittel nicht schon Problem genug waere, sind auch die Preise Gegenstand einiger veraergerter Blicke. Frische Sachen wie Obst und Gemuese sind hier viel teurer, frische Milch und Nutella ebenso. Man muss schon sehr lange suchen bis man etwas findet, was in Deutschland teurer ist. Noch sind wir nicht fuendig geworden; den interessierten Leser halten wir jedoch gerne auf dem Laufenden. Weiterhin ist festzustellen, dass eine Mahlzeit bei McDonald's billiger, obwohl teurer als in Deutschland, ist als ein sehr einfaches selbstgekochtes Essen.
Die Mietpreise.
Sie verdienen zweifelsohne einen eigenen Unterpunkt. Zu Beginn unserer Mietrecherchen sind wir auf Preise ab $130 gestoszen. Gut, dachten wir uns. Das ist doch recht billig. Nach weiterer Recherche stellte sich dann heraus, dass alle Preise pro Woche angegeben werden. Wieso ist klar: so klingt das ganze schon nach viel weniger. Cleverer waere es nur noch den Tages-, Minuten- oder gar Sekundenpreis anzugeben...
$130 entsprechen zur Zeit 76,45 Euro (natuerlich auf Fuenferstellen ABgerundet), also einem monatlichen Preis von 305.90 (System versagt, Fuenferstelle AUFgerundet). Die Mieten gehen also ab 300 Euro pro Person (da Einzelzimmmer) los! Gegenden, die solche Mieten verlangen, sind leider hauptsaechlich auszerhalb der Uninaehe zu finden. Lediglich eine Wohnung mit geringer Entfernung zur Uni wurde fuer $80 pro Person pro Woche angeboten. Wie dieser Preis zustande kommt, war nach der heutigen Besichtigung klar. Der vollstaendige Verzicht auf jedwedge(gibts das Wort?) Rennovierung sowie Reinigungsmittel macht sich eben doch finanziell bemerkbar und ist dennoch nicht immer empfehlenswert. Das Ergebnis (=den Schimmel)haette ich nicht einmal zu Schulzeiten in der Fruehstuecksbrotdose heranzuechten koennen.
Wir haben inzwischen gute Aussicht ein Appartment mit zwei getrennten! Betten zu finden, das auch nur $157 pro Woche oder vllt sogar etwas weniger kostet. Das ganze ist in einem Gebaeudekomplex gelegen, der nur zehn bis 15 Minuten von der Uni zu Fusz unterwegs ist und in dem ausschlieszlich Studenten wohnen duerfen. Da wir an der Uni arbeiten, haben wir eine gute Chance dort ab Montag wohnen zu duerfen. Der Gebaeudekomplex beinhaltet auch eine Saune, einen Swimmingpool, ein Fitnessstudio, Tischtennisplatten....auch wenn das natuerlich keiner der Gruende war, der uns zur Mietentscheidung bewegt haben. Das Appartment ist eine Wohnung fuer nur zwei Personen, mit eigenem Bad und Kueche und einem Aufenthaltsraum mit Lernmoeglichkeiten und einem Schlafzimmer. Die Wohnung ist moebliert und sauber. Der Preis, der monatlich 370 Euro sind natuerlich wirklich viel, aber unter dem Preis kriegt man fast nichts, vor allem nicht in Uninaehe und der Qualitaet. Wir fragen uns immernoch wie das preislich ueberhaupt moeglich ist. Erklaerbar ist dies vllt durch staatliche Subventionen oder Unigelder....?
Wir haben also noch vor bis Montag in der Jugendherberge zu bleiben und werden dann am Montag in die Uni zu unserem Prof und den restlichen Uni-Buerokratiekrams erledigen und danach hoffentlich im Superappartment einziehen koennen.
Die Wohnung kann jedoch nur bis Februar gemietet werden, danach muesste sie um ein ganzes Jahr verlaengert werden. Also muessen wir im Februar wieder umziehen. Jetzt wirds verrueckt: wir werden zurueck in die Jugendherberge ziehen, denn dort bezahlt man fuer eine Woche $130, also weniger als fuer die meisten Mietwohnungen- oder Zimmer, die jedoch weit auszerhalb des Zentrums liegen. Wohingegen die Jugendherberge, bei der wir im Moment residieren, mitten im Zentrum liegt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele ihre ganze Zeit in der Jugendherberge uebernachten und somit einige Gestalten hier schon seit mehreren Jahren! in einer Jugendherberge geblieben sind! Immerhin gibt es hier einen riesen Aufenthaltsraum mit Superriesenfernseher und einen groszen Kochbereich mit zur Verfuegung stehendem Geschirr und Pfannen. Von der Tischtennisplatte mal ganz abgesehen.
Wir haben aber heute am schwarzen Brett noch drei neue Anzeigen entdeckt und werden diese checken.
So das wars dann erstmal von mir. Wir haben inzwischen einige Leute hier kennen gelernt und feiern heute Abend den Abschied eines sehr netten Paares, da dieses bald in eine teure Wohnung ziehen. Sie ist aus Polen und hat guten Bueffelgradvodka mitgebracht, Na zdrowie :P
NEUHIGKEITEN: Das Veggie delight sandwich kostet bei Subways weniger als in Deutschland, soweit mein Auszenkorrespondent Guenn mit den neusten Neuhigkeiten!
PS:
Koalas gestreichelt, Spinnen getoetet und Kaenguruhs gesehen: null
vor 13 Jahren
2 Kommentare:
Moin!
Das von dir gesuchte Wort nennt sich "jedwedige", auch wenn der Duden sich diesem Worte verweigert.
Bzgl. Preise: Ich zahle pro Monat 3400 SEK für ca 18qm was Bad und Kochzeile umschließt. Umrechnungskurs 1 EUR = 9.34 SEK macht 364 EUR, von daher lauft ihr mit euren Preisen doch recht gut. Ich kenne Personen, welche hier in Schweden mehr für weniger, als ich habe, bezahlen.
Kontaktiert mal meinen Kumpel, vielleicht kann dieser euch weiterhelfen.
Achja und kauft euch einen einfachen Stadtplan mit Straßenverzeichnis. Dies ist vielleicht hilfreicher als das Merken irgendwelcher obskurer Wegpunkte.
Schöne Grüße euch beiden.
So long. Reading you later, alligator.
du hast dodaaaal vergessen uns über die preise für eiscreme zu informieren...wer brauch denn nutella und milch, wenn man schokoeis essen kann ;)
die gadi
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